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Gibt es Ihn - oder gibt es Ihn nicht?

Diakon Guido Schütte

Wer sich auf eine Reise durch die Blogs und Foren des Internet begibt, kann gelegentlich den Eindruck gewinnen, dass die anonym vernetzte Benutzerschar die Aufgabe eines kollektiven Beichtvaters übernommen hat – einschließlich selbstgestalteter Lossprechung oder wahlweise auch Verdammung. Behauptungen entwickeln sich zu Wahrheiten, indem sie möglichst viele Befürworter finden, unabhängig von ihrem tatsächlichen Wahrheitsgehalt. Unerkannte wüten außerhalb jeder persönlichen oder gar gesetzlichen Kontrolle respekt- und rücksichtslos über Andersdenkende her. Besonders dankbare Opfer: Glaube und Kirche.

Der Glaube ist ein empfindliches Pflänzchen, das tief im Inneren der Seele gedeiht. Wir Christen sehen ihn als Geschenk Gottes an. Dabei hängt die Art der Lebensentfaltung eines Menschen unmittelbar mit der Beschaffenheit dieses Pflänzchens zusammen. Das hat unser Gesetzgeber schon vor langer Zeit erkannt und die Glaubensfreiheit, also die freie Entscheidung, ob, wie und woran jeder Einzelne glaubt, unter seinen besonderen Schutz gestellt. Dieser Schutz zerbröselt allerdings in einem globalen Netz, in dem der Urheber für seine Äußerungen meistens nicht zur Rechenschaft gezogen werden kann.

Zunächst einmal ist es gut und wichtig, dass sich die Existenz Gottes nicht beweisen lässt. Nur so nämlich bleibt der Mensch frei. Wenn ein allmächtiger Gott bewiesen werden könnte, würde der Glaube zum Wissen, und der Kreatur bliebe letztlich keine andere Wahl als die Hin- und Unterordnung. Ein liebender Gott will aber nicht, dass man ihm zwangsläufig begegnet, sondern wirbt darum, dass man aus freien Stücken seine Liebe erwidert und seine Nähe sucht!

Andererseits lässt sich aber auch nicht beweisen, dass es Gott nicht gibt. Es ist also sinnlos, einen Glaubenden für einen naiven Trottel zu halten, denn man kann nicht behaupten, sein Glaube wäre falsch. Deshalb erstaunt mich immer wieder die Selbstverständlichkeit, mit der in vielen Einwürfen die Existenz Gottes zum Hirngespinst erklärt und, daraus folgernd, die Existenzberechtigung der Kirche geleugnet wird. In der Regel beginnen die dazugehörigen Begründungen, soweit vorhanden, entweder bei der Kirchensteuer oder bei einem kirchlichen Machtanspruch. Dabei wird wissentlich oder unwissentlich außer Acht gelassen, dass die eigentlichen Aufgaben der Kirche, ihre Kernkompetenzen, mit der Anhäufung von Geld und Macht überhaupt nichts zu tun haben. Die Art und Weise, wie Macht und Reichtum in ihr wirken, richtet sich vor allem danach, wie die Menschen, die zu ihr gehören, das kirchliche Tagesgeschehen gestalten. Geld kann viel Gutes bewirken, Macht, richtig angewandt, bewahren und schützen.

Ich möchte dazu folgendes sagen: Nach den vielen Dingen, die ich im Zusammenhang mit meinem Glauben erleben durfte und von denen nicht wenige die Dimension eines „Wunders“ erreicht haben, wäre es für mich töricht, die Existenz Gottes in Frage zu stellen. Außerdem kann ich kein Heil und keine Hilfe darin erkennen, sich selbst und anderen die Hoffnung auf einen liebenden Gott madig zu machen. Jeder Mensch ist in der Lage, diesen liebenden Gott zu finden – dazu muss er natürlich unvoreingenommen in der richtigen Richtung suchen. Vielleicht bittet er den heiligen Isidor von Sevilla um seine Hilfe. Der wird als Schutzpatron des Internet genannt. Also ein vielbeschäftigter Heiliger. Gedenktag: 4. April.

Eine gesegnete Woche wünscht Ihnen
Diakon Guido Schütte

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