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Glaubensverkündigung

Pastor Peter Lauschus

In den letzten Wochen habe ich zwei sehr unterschiedliche Bücher gelesen: "Gott braucht dich nicht" von Esther Maria Magnis und "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" von John Green. Im ersten beschreibt die Autorin ihr Leben, das zweite ist ein Jugendroman. In beiden spielt Krebs und der Tod eine wichtige Rolle. Im ersten ist auch Gott ganz wichtig und sogar das eigentliche Thema.

Für mich selbst habe ich für meine Verkündigung wichtige Anregungen bekommen. Besonders das Buch von E.M. Magnis ist mir da wichtig. Sie beklagt sich über die Gottesverkündigung in den Kirchen: Sie sei einfach zu seicht. Gott wird nicht als Gott verkündet. Die Wunder der Bibel zum Beispiel werden zu Aufrufen Gutes zu tun: Aus der Heilung eines Aussätzigen wird im Handumdrehen der Appell Menschen, die am Rande stehen, in die Gemeinschaft aufzunehmen. Aus den Aufgaben Gottes, werden Aufgaben der Menschen: Sozialverträglichkeit als Glaubensersatz. Gott in seiner Herrlichkeit und Fülle, aber auch in seiner Unverständlichkeit, wie sie besonders im Buch Hiob thematisiert wird, fallen weg. So wird das Gebet, das ja der Prüfstein des Glaubens ist, unwichtig, unnütz und unverständlich. Warum soll ich beten, wenn es um Dinge geht, die ich doch selbst tun kann und auch soll?

Im Endeffekt wird Gott überflüssig, oder zur Deko bei Familienfesten und staatlichen Festakten. Es kommt darauf an den "deus absconditus", den "verborgenen Gott" (Martin Luther) wieder in das Glaubensleben zu integrieren. Die Aussage "Gott ist immer größer" muss neu buchstabiert werden. Einige meinen, es würde reichen, wieder mehr Latein zu sprechen, aber ich glaube nicht, dass es der richtige Weg ist. Vielmehr kommt es darauf an ehrlich mit seinem Glauben umzugehen, auch von den Niederlagen im Glauben zu reden, nicht nur von den Sternstunden. Von Gebeten, die erhört worden sind, zu erzählen, aber auch von Gebeten, die nicht erhört worden sind, von Glaubensstärke und von Glaubenszweifeln zu berichten. Die Bibel kann uns da ein gutes Vorbild sein, sie verschweigt nichts.

Wenn wir Glaubenden mit unserem Glauben ehrlich leben und an Gott  festhalten "in guten wie in bösen Tagen", dann haben wir ein Chance Menschen von diesem Glauben zu überzeugen, dann können wir den Menschen um uns herum unseren Glauben anbieten, als Hilfe in ihrem Leben. Wenn wir uns aber in eine unweltliche Kunstgewerbesprache flüchten, dann wird aus unserem Glauben etwas unwirkliches und unbrauchbares, etwas auf das man gut verzichten kann. Im zweiten Buch geschieht dies bei einer Beerdigungansprache: Sie wird zu einer seichten Plauderei, die aber mit dem  echten Leben nichts zu tun hat. Zwar ist sie eine Form von Trost für die Hinterbliebenen, aber kein kraftvolles Zeugnis vom Glauben.

Das uns eine kraftvolle Verkündigung gelingen möge im Gottesdienst und im Alltag,das wünscht ihnen und sich selbst

ihr Vikar Peter Lauschus

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