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Glaubenszeugen in Indien

P. Thomas Bucher

Heilige sind international. Die Einheit der Kirche wird durch sie sichtbar und spürbar. So ist z.B. der Hl. Antonius ein Portugiese, der in Italien gestorben ist, und weltweit verehrt wird. Viel öfter als eine Statue des hl. Antonius habe ich Indien allerdings die heilige kleine Theresia gesehen. Sie hat im Karmel von Lisieux gelebt und ist im Alter von nur 24 Jahren gestorben. Sie wollte im Herzen der Kirche Liebe sein und viele Menschen für Gott gewinnen. Ihre Gebete sind erhört worden! Im Jahr 1927 wurde sie zur Patronin aller Missionen und 1997 sogar zur Kirchenlehrerin ernannt. In Indien findet man fast in jeder Kirche eine Statue von ihr. Erstaunlich oft habe ich auch eine Statue des Heiligen Sebastian gesehen. Sein Fest wurde groß begangen mit Prozessionen und Feuerwerk.

Inzwischen gibt es auch indische Heilige. Die erste heiliggesprochene Inderin ist Alphonsa Anna Muttathupadathu. Als Kind las sie mit ihrer Großmutter zusammen die Schriften der heiligen kleinen Theresia. Später überwand sie alle Widerstände und trat in die Kongregation der Franziskaner Klarissen (FCC) ein. Von vielen Krankheiten gezeichnet hat sie aus ihrem Leben eine Opfergabe für Gott gemacht und starb ruhig und froh am 28. Juli 1946. Die Kinder riefen auf der Straße: „Eine Heilige ist gestorben...“. Ihr Beichtvater sagte: „Mein Herz ist voll unbeschreiblicher Freude! Nicht weil ihr Leiden ein Ende hat, sondern weil wir jetzt eine uns sehr verbundene Fürsprecherin im Himmel haben.“ Ihre Grabstätte ist zu einem Pilgerort und zu einem großen geistlichen Zentrum geworden.

Außer ihrer Grabstätte haben wir auch die der heiligen Maria Theresia und der Heiligen Euphrasia besucht.

Glaubenszeugnisse von heute haben unsere „Walllfahrt“ ergänzt. So hörten wir die Zeugnisse eines Inders und einer Inderin, die im Hinduismus aufgewachsen sind und später zum katholischen Glauben gefunden haben. Den jungen Mann hatte besonders die Frage des Leidens beschäftigt: Wo ist Gott im Leiden? Gott schien sehr weit entfernt. Als er dann Christus kennengelernt hat, war das die Antwort auf seine Fragen. Gott ist auch im Leiden bei uns und führt uns hindurch!

Die Frau hatte sehr viel Leiden durchmachen müssen, weil ihre Eltern Astrologen befragt hatten, die sagten, ihre Tochter – die gemäß einem ersten Horoskop ein Sohn hätte sein sollen - sei unter einem schlechten Stern geboren. So wurde ihr an allen Übeln in der Familie die Schuld gegeben... Als sie einmal dem Selbstmord nahe war, ist ihr eine weißgekleidete Gestalt erschienen und hat sie zurückgehalten. Auf einer Gebetsversammlung von Christen hat sie auch eine körperliche Heilung erfahren. Wunder geschehen auch noch heute!

Warum sehen wir davon so wenig? Vielleicht, weil für uns der Satz Jesu gilt: „Selig, die nicht sehen, und doch glauben.“? Auf jeden Fall kann ich Ihnen versichern, dass uns die indischen Heiligen auch gute Fürsprecher sind, da wir in der Kirche ja nur „einen Leib“ bilden.

Mit den besten Segenswünschen
Ihr P. Thomas Bucher cb

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