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Datum: 19. August 2018 - 21:06 Uhr

Glocken tragen einen Namen II

Pfarrer Hubertus Rath

Die vier Glocken aus Leopoldshöhe, die eine neue Verwendung in St. Peter und Paul finden werden, sind 2000 in der Glockengießerei Petit und Gebr. Edelbrock in Gescher/Münsterland aus Zinnbronze gegossen worden. Sie tragen folgende Inschriften und Widmungen:

  • Glocke 1: Johannes der Vorläufer. „Bereitet den Weg des Herrn, macht gerade seine Straßen.“ (Matth 3,3) und „Wer an den Sohn Gottes glaubt, hat ewiges Leben.“
  • Glocke 2: Maria, Mutter Gottes und unsere Schwester. „Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach Deinem Wort.“ und „Freut euch alle Zeit, betet ohne Unterlaß, in allem sagt Dank, den Geist erstickt nicht.“ 1 Thess 5, 16.
  • Glocke 3: Liborius. „Selig die Frieden schaffen, denn sie werden Söhne und Töchter Gottes heißen.“ Matth 5, 9 und „Geht – und macht zu meinen Jüngern alle Völker und lehrt sie alles zu halten, was ich euch aufgetragen habe.“ Matth 28,19.
  • Glocke 4: Karl Borromäus, Kilian, Kilian Kirchhoff. „Sende aus deinen Geist und alles wird neu.“ und „Wer mein Jünger sein will, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ Matth 16, 24.

Zur Namensgebung der vier neuen Glocken haben meine Kollegen und ich folgende Überlegungen angestellt: Die vier Glocken aus Leopoldshöhe tragen klassische Namen, deshalb sollten drei von vier neuen Glocken Namen von Heiligen tragen, die unsere aktuelle Zeit prägen.

Eine Glocke ist dem Patronat der Kirche vorbehalten, St. Peter und Paul mit einem Zitat aus der Pfingstpredigt des Apostels Petrus: „Diesen Jesus hat Gott auferweckt, dafür sind wir alle Zeugen.“ Apg 2,32

Eine andere Glocke wird den Namen Papst Johannes XXIII. tragen, weil er das II.vatikanische Konzil einberufen hat, das unsere Kirche in Liturgie, Ökumene, Ekklesiologie entscheidend geprägt und geöffnet hat. Das zugehörige Zitat stammt nicht von Johannes XXIII., aber aus dem Text des Konzils zur göttlichen Offenbarung: „In dieser Offenbarung redet der unsichtbare Gott aus überströmender Liebe die Menschen an wie Freunde und verkehrt mit ihnen, um sie in seine Gemeinschaft einzuladen und aufzunehmen.“

Mit dem Namen Edith Stein, Ordensname Sr. Teresa Benedicta vom Kreuz, erinnert eine weitere Glocke an die Opfer der Nazi-Zeit, zu denen auch Pater Franz Riepe und Vikar Eduard Müller gehören. Das Zitat von Edith Stein spricht vom Licht in dunkler Zeit: „Ihr sollt sein wie ein Fenster, durch das Gottes Güte in die Welt hineinleuchten kann.“

Und eine Glocke wird natürlich den Namen der bedeutendsten und eindrucksvollsten Heiligen unserer Tage tragen: Mutter Teresa, deren Name zu einem Synonym für gelebte Nächstenliebe geworden ist. Sie trägt das Zitat: „Gott hat uns geschaffen, um zu lieben und geliebt zu werden.“

Wie ist Ihre Meinung zu diesen Benennungen? Ich freue mich über Rückmeldungen zu diesen Vorschlägen.

Ihr Pfarrer
Hubertus Rath