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„ H e u t e “ !

Diakon Gottfried Rempe

Geht es Ihnen nicht manchmal auch so: Sie haben einen Text gehört oder gelesen und wissen schon bald nicht mehr, was Sie gehört oder gelesen haben. Ich jedenfalls ertappe mich nicht selten dabei, dass ich  beim Wortgottesdienst mit meinen Gedanken abschweife und mich stark konzentrieren muss, um mir bewusst zu werden, welche Texte denn nun gerade vorgetragen wurden.

Ich werde mich bemühen, die Texte an den Weihnachtstagen, die ich ja schon so oft gehört und gelesen habe, aufmerksam zu verfolgen. Für mich ist jetzt schon ein Wort wichtig, das im Lukasevangelium in der Christmette in Vers 11 steht: „H e u t e  ist für euch in der Stadt Davids der Heiland geboren“. Begreifen wir, was dieses  „Heute“ bedeutet? Was ist damals in Betlehem geschehen?

Gott selbst ist zu den Menschen gekommen. Er hat in Jesus ein menschliches Gesicht bekommen. Weihnachten ist der Startschuss zur menschlichen Geschichte Gottes mit uns Menschen! In dem kleinen wimmernden, ärmlichen Kind in der Krippe beginnt eine menschliche Geschichte. Die Geschichte mit einem Menschen, in dem Gott selbst gegenwärtig wird. Die Geschichte eines Menschen, der Anstoß erregt hat, der angefeindet, verurteilt und brutal umgebracht wurde. Diese Geschichte beginnt an Weihnachten. Zwischen diesen Polen – Geburt und Tod, zwischen Betlehem und Golgota – spielt sich das Leben des Gottmenschen Jesus ab. Und während dieser Phase seines Lebens musste er immer wieder erleben, dass seine Botschaft, die von der Liebe, vom Frieden, von der Notwendigkeit zur Versöhnung und Umkehr geprägt war,  abgelehnt, missverstanden, nicht angenommen wurde. Die theologische Oberschicht der damaligen Zeit blieb lieber bei der alten Forderung: Auge um Auge, Zahn um Zähne und der pingeligen Einhaltung der Gesetze, auch wenn diese der Menschenwürde entgegenliefen. Wie ein Fremder unter seinen eigenen Glaubensbrüdern, den Juden, musste er als Jude leben.

Nun wäre es zu billig und zu einfach, mit dem Finger auf die Bewohner Israels der damaligen Zeit zu zeigen und sich über deren Kaltherzigkeit und ihr Unverständnis zu ereifern, wie wir das gern in unseren Krippenspielen tun. Das  Heute  im Lukasevangelium überlesen wir gern. Es meint aber uns, die wir den Text 2010 in der Christmette hören! Wie stehen wir plötzlich da, konfrontiert mit der Botschaft des Mensch gewordenen und Fleisch angenommenen Gottessohnes? Sind wir bereit, Zeugnis abzulegen, wie Johannes es tat, wie wir am 1. Weihnachtstag bei Joh 1, 15  lesen und hören? Werden wir zu Boten der Weihnachtsbotschaft, wie die Hirten, die alles voll Freude erzählten, von dem, was sie gehört und gesehen hatten und so zu Verkündern des Evangeliums von der Geburt Jesu wurden? Ist uns wirklich bewusst, was die Aussage für uns an Weihnachten 2010 bedeutet: „H e u t e  ist euch der Heiland geboren…“? Lassen wir diese Frohe Botschaft heute bewusst an uns heran?

Gott stellt sich mit der Geburt seines Sohnes auf unsere Seite, auch wenn wir es nicht immer merken und es dunkel um uns herum ist. Sie kennen den Film „Der kleine Lord“. Der alte Lord, lange Zeit von Griegram geplagt,  nimmt seinen kleinen Enkel als Kind an und erkennt: „Ich war des Lebens überdrüssig. Dieses Kind hat mir die Freude zurückgegeben.“

Lassen wir uns auf  das Kind in der Krippe ein, nehmen wir es an und freuen wir uns heute über seine Geburt! Weihnachten feiern heißt dann, dass wir als Menschen mit Gott endlich von „Mensch zu Mensch“ reden können, weil er selbst menschliche Augen, Ohren und einen Mund bekommen hat im Kind in der Krippe.
Das Pastoralteam wünscht Ihnen frohe, und gesegnete Weihnachten!

Ein besonderer Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die geleistete Arbeit in den Gemeinden!


Gottfried Rempe, Diakon

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