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Pfarrnachrichten:

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Heilige Eltern

Pater Thomas Bucher

Man wird sicher nicht heilig, nur weil man heiligmäßige Eltern hat, aber es erleichtert den Weg. Die heilige kleine Therese, über die ich in den letzten Pfarrnachrichten schon ein wenig erzählt habe, sagte über ihre Eltern, Louis und Zelie Martin: „Der liebe Gott gab mir einen Vater und eine Mutter, des Himmels würdiger als der Erde.“
Bedeutet das, dass sie weltfremd oder abgehoben waren? Keineswegs. Beide waren tüchtige Arbeiter und standen mit beiden Beinen auf der Erde. Am 13. Juli 1858 haben sie geheiratet. Louis Martin war Uhrmacher und Juwelier und hatte sein Geschäft zuerst in Alençon. Zelie Martin stellte Alençonspitze her und beschäftigte zeitweilig mehrere Arbeiterinnen; im Haushalt half ein Dienstmädchen. Therese erblickte am 2. Januar 1873 als ihr neuntes und letztes Kind das Licht der Welt. Neben der Familie und der Arbeit war den Eltern aber auch das geistliche Leben wichtig oder besser ausgedrückt: es war das Zentrum ihres Lebens! Häufiger Besuch der Hl. Messe und der Andachten, Gebet in der Familie, aber auch das Almosen geben, das Sich-Kümmern um Arme und Kranke, war für sie selbstverständlich. Andere für den Glauben zu gewinnen war ihnen ein Anliegen.

Erfahrungen von eigenem Leid blieben ihnen nicht erspart: Vier ihrer Kinder verstarben im zarten Kindesalter… Zelie Martin bekam Brustkrebs und starb am 28. August 1877, als Therese gerade mal 4 ½ Jahre alt war. Ihre Lebenseinstellung und ihr Vertrauen drückt sich in folgenden Worten aus:  „Am besten ist es, alles in die Hände des lieben Gottes zu legen und was da kommt ruhig und in der Hingabe an seinen Willen anzunehmen.“ Therese sagte später über ihre Mutter: „Ich liebte ihr Lachen. Ihr tiefgründiger Blick schien zu sagen: „Die Ewigkeit entzückt mich und zieht mich an…Ich werde in den Himmel gehen, um Gott zu schauen.“  Diese Worte finden sich (natürlich auf französisch) auf dem Reliquienschrein von Zelie und Louis Martin, der in der Krypta der Basilika der heiligen kleinen Therese steht. Dort kommen viele Menschen mit ihren Anliegen zu ihnen.

Nach dem Tod von Zelie zog die Familie nach Lisieux in die Nähe von Verwandten. Therese erwählte ihre Schwester Pauline als Ersatzmutter. Nachdem diese im Oktober 1982 in den Karmel eingetreten war, erkrankte Therese an einer rätselhaften Krankheit und kein Arzt konnte ihr helfen. Die Familie betete viel für sie und als Therese in ihrer Not einmal vor der Marienstatute in ihrem Zimmer „Mama, Mama“ rief, schien ihr diese zuzulächeln und Therese wurde durch eine wunderbare Gnade plötzlich geheilt. Mit 15 Jahren trat sie dann ebenfalls in den Karmel ein, nicht wegen ihrer Schwester Pauline, sondern „allein für Jesus“!

Louis Martin verstarb nach längerer Krankheit, am 29.07.1894. Er war für Therese immer ein gutes Bild für den Vater im Himmel. Bei ihrer Profess hatte Therese keinen Vater mehr auf Erden, aber Gott war ihr alles geworden und sie konnte voll Vertrauen beten: „Vater unser, der Du bist im Himmel.“

Louis und Zelie Martin wurden am 18. Oktober 2015 während der Bischofssynode zum Thema Ehe und Familie heilig gesprochen. Ihrer Fürsprache und der heiligen kleinen Therese können auch wir unsere Anliegen anvertrauen, ganz besonders die Kinder und die Familien.

P. Thomas Bucher cb

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