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Heilsgeschichte - was St. Peter und Paul uns (vielleicht) sagen kann

Vikar Peter Lauschus

Zu meinen Lieblingsfachbegriffen in der Theologie gehört das Wort "Heilsgeschichte". Das, was es bezeichnet, gehört ganz tief in die biblische Theologie: Gott wirkt in der Geschichte das Heil der Menschheit.

Sein Heilswille zeigt sich zum Beispiel in der Tatsache, dass er immer wieder einen Bund mit den Menschen eingeht: Adam, Noah, Abraham oder dem Volk Israel, auch wenn er vorher enttäuscht worden ist. Dieses Konzept haben auch die ersten Theologen, die Kirchenväter, verfolgt, aber mit der Zeit ist es in den Hintergrund getreten und "Heil" wurde immer mehr zu etwas, das es als "Zugabe" zum normalen Leben gibt. Es entstand eine Zwei-Stockwerke-Theologie: Unten die normale Welt und darüber eben das Reich der Gnade, sauber geschieden und abgegrenzt. In der katholischen Theologie ging das nicht so sauber auf, denn die Menschwerdung Christi und die Sakramente bildeten immer einen Ort der Vermischung von beiden Ebenen. Wenn aus Brot der Leib Christi werden kann, dann kann die Welt, zu der das Brot gehört, ja nicht völlig von Gott geschieden sein.

Diese enge Verbindung von "Oben" und "Unten" finde ich immer wieder faszinierend. So ist die Bibel also kein Geschichtsbuch, noch weniger ein Geschichtenbuch, sondern Zeugnis für Gottes Heilshandeln in dieser Welt.

Die Pfarrkirche St. Peter und Paul "erzählt" von diesem Handeln. Wenn man in die Gewölbe schaut, dann sieht man über der Orgel Disteln. Sie stehen für die Vertreibung aus dem Paradies, denn die Erde sollte Dornen und Distel hervorbringen als Strafe für den Sündenfall. Im nächsten Joch sieht man Lilien. Schon bei der Vertreibung aus dem Garten Eden verspricht Gott die Erlösung aus der Nachkommenschaft der Frau. Die Blume steht für Maria aus der Jesus geboren wurde. Das nächste Joch zeigt Papyrusstauden und den Berg Horeb, Bilder für den Exodus, die Befreiung aus Ägypten und den Bundesschluß am Sinai. In dem Gewölbe, in dem die Kanzel ihren Platz hat, verweisen vierblättrige Pflanzen auf das vierfache Evangelium. Die Vierung ist der Zeit der Kirche gewidmet aber auch der Endzeit. Die Engel mit den Posaunen stehen für das Jüngste Gericht, die vierfache Geisttaube für den Auftrag Jesu: "Gehet hin in alle Welt und tauft die Menschen im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Der Chorraum zeigt uns mit den geflügelten Engelköpfen schon die Herrlichkeit des Himmels, die durch das Bild der segnenden Hand Gott Vaters Gegenwart wird. So ist der Weg durch den Mittelgang der Kirche im Grunde der Weg durch die ganze Heilsgeschichte, wie sie die Bibel repräsentiert. Der Mensch verliert Gott und kehrt (durch Gottes Führung) zu ihm zurück.

Die Pfarrkirche "Zum Verklärten Christus" ist auch ein Zeugnis für die Heilsgeschichte, hat aber einen eigenen Akzent. Davon mehr nächste Woche.

 

Ich wünsche ihnen einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche.

Peter Lauschus, Vikar

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