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Herbst des Glaubens ?

Diakon Manfred Lohmann

Der Tod und das Leben... wie ein buntes Herbstblatt....

Im Herbst gefallen uns Menschen die Bäume wegen ihrer bunten Blätter. Doch was wir als "bunt" und "schön" einstufen, sind Vorboten des Todes. Zwischen Stielende und Ast bildet sich nämlich im Herbst langsam eine Korkschicht, die den Lebenssaft der Blätter abschnürt und schließlich ganz blockiert. Ein Herbststurm genügt, um sie wegzufegen. Dann vermodern sie langsam am Boden.

Im Leben eines Menschen gibt es auch so eine "Korkschicht", die ihn gefährdet: Wenn sich z.B. durch eine falsche Lebensweise in seinen Adern Kalk absetzt, dann besteht irgendwann Infarktgefahr. Und die "Korkschicht" im Glauben, die - wie bei den Blättern -, den langsamen und lautlosen "Abfall" vorprogrammiert? Wir sind ja auch wie Blätter am Baum Gottes. Grüne Blätter voller Saft sind wir, wenn uns der Gnadenstrom Gottes durchfließt. Bei manchen bildet sich langsam eine "Korkschicht", fast unbemerkt. Diese Korkschicht im Glauben entzieht dann auch uns den Lebenssaft. Z.B. wenn ich sage : Ich brauche Gott nicht. Gott hat schon Verständnis dafür, wenn ich am Sonntag ausschlafe und nicht zum Gottesdienst gehe, ich komme auch ohne Kirche ganz gut über die Runden.....

Und ganz unauffällig verdunstet der Glaube in uns, wächst die Bequemlichkeit. Ich merke gar nicht, wie die Verbindung zu Gott in mir ganz langsam austrocknet. Schließlich kann ich wie ein buntes Blatt sein, das wegen seiner äußeren Schönheit (wegen des Erfolges, des Geldes, des Ruhmes und des dicken Autos) beneidet wird; aber all das zählt überhaupt nicht bei Gott. Wenn dann ein Herbststurm kommt, ich meine Ängste, eine Krankheit, ein Misserfolg, ein Schicksalsschlag..., dann falle ich wie ein Herbstblatt lautlos zu Boden, weil mein Glaube zerstört ist oder weil ich gleichgültig geworden bin.

Wenn sie also so ein buntes Blatt auf dem Boden liegen sehen, so fragen sie sich: Bin ich noch "ein lebendiges grünes Blatt" am Baum der Kirche oder stehe ich in der Gefahr des lautlosen Abfalls und warte nur noch auf eine gute Gelegenheit um mit scheinbar ruhigem Gewissen ganz von der Kirche Abschied zu nehmen.

Manfred Lohmann

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