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Im Advent umgeschaut.

Diakon Guido Schütte

Die Lebkuchen- und Marzipanberge in den Discountmärkten heizen uns schon seit Wochen ein, die Motorsägen in den Weihnachtsbaumkulturen des Sauerlandes kühlen nach getaner Arbeit wieder ab, das Weihnachtsgeld, soweit überhaupt noch gezahlt, ist auf dem Konto: Der Advent steht vor der Tür! Und das bedeutet für immer mehr Menschen vor allem: Weihnachtsgeld abheben und Weihnachtswünsche erfüllen. Es fasziniert mich immer wieder, dass einschlägige Kaffeeröstereien, die im übrigen Jahr Textilien und Haushaltsgeräte für ein Drittel des üblichen Marktpreises verkaufen, in der Adventszeit Schmuckstücke für Tausende von Euro anbieten. Und die Menschen reißen sich um solche Angebote, offenbar gelockt von dem Rausch, einmal im Jahr richtig Geld in die Hand nehmen zu können.

Nur wenig beschaulicher geht es auf den Weihnachtsmärkten zu, die ihr Angebot den vermeintlichen Weihnachtswünschen laufend anpassen. Doch mitten im Geschiebe und Getümmel des Paderborner Weihnachtsmarktes beobachte ich die Frauen, die am Stand einer Wohltätigkeitsorganisation Glühwein und Früchtepunsch ausschenken. In Ruhe füllen sie die Becher und haben für jeden Gast ein freundliches Lächeln übrig. Sie lassen sich nicht stören von dem hektischen Treiben, wenn sie die Spekulatiusschalen auf dem Tresen wieder auffüllen. Sie wirken getragen von der Freude am adventlichen Tun, vom süßlich-würzigen Duft der dampfenden Getränke und von ihrer Herzlichkeit. Das überträgt sich auf die Gäste, die entspannt und ungezwungen plaudernd an diesem Glühweinstand eine Pause einlegen.

Vorfreude – damit stoßen wir auf den Wesenskern der Adventszeit! Vorfreude, die sich nicht an materiellen Maßstäben orientiert, sondern durch die liebevolle Vorbereitung auf das bevorstehende Weihnachtsfest entsteht, dessen Mittelpunkt, die Geburt Gottes Sohnes, jedes menschliche Maß sprengt. Der Advent möchte genutzt werden, um den Alltag nach und nach hinter sich zu lassen und den Blick auf eines der größten Ereignisse der Geschichte zu richten.

Das ist gar nicht so leicht. Die Welt, in der wir leben, hat wenig Interesse daran, dass wir dem Sog des Weihnachts-Hochleistungskonsums entkommen! Aber das brauchen wir auch nicht unbedingt. Viel wichtiger ist der richtige Standpunkt, der passende Blickwinkel!

Ich möchte niemandem in seine Weihnachtsgeschenke hereinreden. Geschenke, die von Herzen kommen, haben immer etwas Gutes an sich. Allerdings sind Geschenke als alleinige Ursache der Weihnachtsfreude meiner Meinung nach zu kurzlebig, und die Vorfreude darauf kann allzu leicht zur Enttäuschung werden. Eine „haltbare“ Freude muss den ganzen Menschen erfassen und ihre Wurzeln in einer inneren Gelassenheit haben.

Genau hier schaue ich auf die Frauen am Glühweinstand. Natürlich hängt deren Gelassenheit auch damit zusammen, dass sie ihren Dienst freiwillig tun und nicht ihren Lebensunterhalt damit finanzieren müssen. Aber vor allem strahlen sie eine ganz selbstverständliche Zufriedenheit aus. Der Apostel Paulus meint genau diese Art von Zufriedenheit, die uns Christen gerade auch in diesen Wochen begleiten will, wenn er an die Philipper schreibt:

„Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! Eure Güte werde allen Menschen bekannt. Der Herr ist nahe. Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus Jesus bewahren.“ (Phil 4,4-5.7)

 

Eine frohe und gesegnete Adventszeit wünscht Ihnen

Diakon Guido Schütte

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