Sprungnavigation Direkt zum Inhalt Direkt zur Hauptnavigation; Direkt zur Servicenavigation; Übersicht zu dieser Seite; Kontakt aufnehmen;

 rahmen top

Pfarrnachrichten:

Aktuelle Ausgabe

Archiv

„Ist es mal wieder soweit?“

Gemeindereferentin
Anne Frank

Schön war es, beim Messdienertag am ersten Samstag im September. Das Wetter hielt sich, so dass wir den Vormittag im Freibad genießen konnten. Am Nachmittag hatten wir zum Grillen ein Dach über dem Kopf und der aufkommende Regenschauer störte die meisten Kinder sowieso nicht. Probleme und Sorgen gab es objektiv gesehen nicht. Subjektiv betrachtet tat der Wespenstich bestimmt weh, war das Kind, das mit der Brezel in der Hand im Wasser landete sicher ärgerlich, und wenn die einen die anderen nicht mitspielen lassen, ist das für die Betroffenen gerade in dem Moment traurig und verletzend: Kleine Alltagsnöte an einem ansonsten unbeschwerten Tag. Soweit der Ausschnitt aus unserem Messdienertag, aus unserem Leben hier in Bad Driburg, hier in Deutschland.

Am Abend, bei der Pastoralverbundsmesse, stand ein anderes Thema im Fokus: Der Bürgerkrieg in Syrien, das Leid und die Angst der Menschen; Kinder, die keine Zukunft haben und die Bitte um Frieden für diese Menschen und alle, die in Krisen- und Kriegsgebieten leben. Ein zynischer Gedanke durchfuhr mich, als ich da saß und die Aufforderungen unseres Papstes, um Frieden zu beten, hörte: Ist es mal wieder soweit? Sind wir mal wieder alle ein oder zwei Wochen betroffen, bis wir uns daran gewöhnt haben, dass in einem weiteren Land, weit weg von uns, Soldaten einmarschieren, Menschen sterben und keine Zukunft mehr haben, während an irgendwelchen Verhandlungstischen Wirtschaftsdelegationen entscheiden, wer wie viel am Wiederaufbau des entsprechenden Landes verdienen kann? Was nützt da schon eine Stunde Beten, eine reine Pflichtübung? Ich wünschte, dies wäre eine rhetorische Frage und ich könnte sie mit einem einfachen „Nein!“ aus meinem Denken schaffen, aber das geht im Moment nicht. Nur so viel: Sie haben mich berührt, die Texte der Augenzeugen dieses Leids – Fernsehnachrichten schaffen das kaum noch. Und wenn viele Menschen an vielen Orten in diesen Tagen wieder um den Frieden beten und bitten, dann werden diese guten Gedanken diese Welt nicht unverändert lassen. Vielleicht nur im Kleinen, vielleicht nur bei uns selbst; aber das wäre – mal wieder – ein Anfang. Vielleicht sollten wir es einfach öfter bewusst tun, für den Frieden in der Welt und unter uns zu beten. Und noch etwas: Bei solchen Gottesdiensten wünsche ich mir immer, die Türen und Fenster mögen weit aufgehen, damit auch nach außen dringt, was drinnen Gutes gesagt und getan wird. Lassen wir den Wunsch nach Frieden nicht hinter den dicken Mauern des Kirchenschiffes zurück, sondern tragen ihn hinaus in unser Leben, durch unseren Umgang miteinander und durch unser gemeinsames Gebet.

Herr, lass das Böse geringer werden
und das Gute umso kräftiger sein.
Lass die Traurigkeit schwinden
und Freude um sich greifen.
Lass uns annehmen und geben können
und einander behilflich sein.
Lass die Missverständnisse aufhören
und die Enttäuschten Mut gewinnen.
Lass die Kranken Trost finden
und die Sterbenden deine Erbarmung.
Lass uns wohnen können auf Erden
und die Ernten gerecht verteilen.
Lass Frieden unter den Menschen sein,
Frieden im Herzen, rund um die Erde.
Amen. (Gotteslob Nr. 8, Gebet 2)

Ihnen und Ihren Familien eine gesegnete und friedvolle Woche,

Ihre Anne Frank

10.594.957  Besucher seit 09.2009