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Jedem das Göttliche!

Diakon Guido Schütte

Das Pfingstfest, das wir in diesen Tagen feiern, wird gern, wenn auch nicht ganz zutreffend, das „Geburtstagsfest“ der Kirche genannt, denn an diesem Tag begann sich die Kirche über die Schar der Jünger hinaus auszubreiten. Dazu überliefert uns die Apostelgeschichte:

„Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle (Jünger) am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden. Alle gerieten außer sich und waren ratlos. Die einen sagten zueinander: Was hat das zu bedeuten? Andere aber spotteten: Sie sind vom süßen Wein betrunken. Da trat Petrus auf, zusammen mit den Elf; er erhob seine Stimme und begann zu reden: Mit Gewissheit erkenne das ganze Haus Israel: Gott hat ihn zum Herrn und Messias gemacht, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt. Als sie das hörten, traf es sie mitten ins Herz, und sie sagten zu Petrus und den übrigen Aposteln: Was sollen wir tun, Brüder? Petrus antwortete ihnen: Kehrt um und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung seiner Sünden; dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Die nun, die sein Wort annahmen, ließen sich taufen. An diesem Tag wurden (ihrer Gemeinschaft) etwa dreitausend Menschen hinzugefügt.“ (Apg 2, 1-2.4.6.12-13.14a.36-38.41)

Dreitausend auf einen Streich! Wie haben der Heilige Geist und die Apostel das geschafft? Zunächst einmal wohl dadurch, dass sich jeder von Ihnen in seiner Muttersprache, also in unmittelbarster Art, angesprochen fühlte. Dann erkannte die Menge, dass Petrus und die übrigen Apostel be-geist-ert waren, also den Heiligen Geist tatsächlich verinnerlicht hatten und im Auftrag Gottes handelten. Schließlich wurde ihnen in Aussicht gestellt: Wenn auch ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen und eure Sünden vergeben haben wollt, ist das hier und jetzt möglich! Richtet euren Lebenswandel am Willen Gottes aus und empfangt die Taufe. Und dann traten diejenigen, die diese Überzeugung teilten, freiwillig und ohne Zwang in die Kirche Jesu Christi ein.

Von solchen Masseneintritten hören wir in unseren Tagen wenig. Die Reizüberflutung, der wir fast ununterbrochen ausgesetzt sind, würde die äußeren Zeichen des Pfingstereignisses mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit auch nicht als besondere Sensation durchgehen lassen. Notfalls könnte man einen Dreh der Fernsehshow „Verstehen sie Spaß“ dahinter vermuten. „Wir stehen mitten in der Gesellschaft. Das ist auch der Sinn von Kirchesein. Deshalb ist sie aber von den großen gesellschaftlichen Bewegungen direkt betroffen, wie der Säkularisierung und Individualisierung. Die Bedeutung des Sakralen nimmt tendenziell ab und die Bedeutung des Einzelnen hingegen zu. Auch die Bedeutung der Gemeinschaft verliert an Kraft.“, erklärte kürzlich der Informationsbeauftragte der Schweizer Bischofskonferenz, Walter Müller.

Umso wichtiger ist es, dass wir Gelegenheiten der Ruhe und Aufmerksamkeit pflegen und anbieten, damit der Anruf Gottes nicht unerhört vorbeizieht. Deshalb feiern wir ja Pfingsten: Um uns immer wieder daran zu erinnern, dass der Heilige Geist – damals wie heute! – Menschen in die kirchliche Gemeinschaft ruft. Unsere pfingstliche Aufgabe als getaufte „Begeisterte“ bleibt es, denen draußen vor der Kirchentür, selbst wenn sie jetzt noch Spötter sind, in verständlicher Form die Idee zu vermitteln, dass sich das Dazugehören auch „lohnt“!

Ein gesegnetes Pfingstfest wünscht Ihnen im Namen des Pastoralteams
Diakon Guido Schütte

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