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Karl Brinkmöller

Pastor Peter Lauschus

Seit einigen Tagen muss ich immer wieder an den verstorbenen Karl Brinkmöller denken. Eigentlich dürfte er so bekannt sein, dass ich ihn gar nicht vorstellen muss, aber vielleicht gibt es ja doch Menschen, die ihn nicht kennen.

Er wohnte in der Schulstraße direkt neben der ehemaligen Synagoge und hatte als Jugendlicher die Reichspogromnacht miterlebt. Sein jüdischer Freund von gegenüber starb in der nationalsozialistischen Judenverfolgung, und für Karl Brinkmöller war es ein lebenslängliches Anliegen, dass diese Zeit mit ihren unmenschlichen Schrecken nicht vergessen wurde. Wer seine Vorträge oder Stadtführungen miterlebt hat, weiß, wovon ich rede. Mit dem Bürgerpunkt konnte er eines seiner großen Anliegen verwirklichen: Ein Mahnmal für die ermordeten jüdischen Bürger Bad Driburgs zu schaffen. Es steht in der Langen Straße vor dem Platz, an dem das Haus der Familie Schiff gestanden hat, das als „Judenhaus“ den letzten Überlebenden bis zu ihrer Deportation als Unterkunft diente. Die Steele wird von zwei Dächern gekrönt, die durch eine Lücke, ein fehlendes Dach, getrennt werden. Dieses steht für die ausgelöschte jüdische Gemeinde. An der eine Seite stehen die Namen der deportierten und ermordeten Bürger unserer Stadt, auf der anderen Seite hebräische Buchstaben eingraviert, die für einen Satz stehen, der auf Deutsch „Ihre Namen mögen eingebunden sein in das Bündel des Lebens!“ bedeutet. Am 9. November wird dort jedes Jahr eine Gedenkveranstaltung gehalten, die von den örtlichen Schulen gestaltet wird.

Es war für mich ein echter Schock, als Unbekannte dieses Mahnmal schändeten: Die Namen waren durchkreuzt worden und auf die Vorderseite war „Lüge“ geschmiert worden. Da wurde versucht, Fakten zu leugnen, die Geschichte zu fälschen.

Bild: nw.de

Aber die Vergangenheit kann man nicht verändern, nur verdrängen. Und das ist keine Lösung. Nur wenn man sich der Vergangenheit stellt, kann man verhindern, dass sie sich wiederholt, nur wenn man sich erinnert, kann man aus der Geschichte lernen. Karl Brinkmöller war ein Mahner, der das erkannt hatte. Achten wir seinen Einsatz (und den vieler anderer) und lassen ihn nicht vergeblich sein.

Peter Lauschus

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