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Kirche:
das bist du und ich - das sind wir

Gemeindereferentin Bilinda Jungblut

"Unser Verein hat vorige Woche eine so tolle Veranstaltung in der Gemeinde auf die Beine gestellt. Wochenlang haben wir geplant und organisiert. Und unsere Arbeit hat sich gelohnt! Die Teilnehmer waren sehr angetan. Viele haben unser Engagement gelobt und sich dafür bedankt.

Doch vom gesamten Pastoralteam ließ sich niemand sehen - weder der Pastor noch die anderen Hauptamtlichen. Enttäuschend! Für wen tun wir das denn alles?"

Sicherlich ist jeder Einsatz seines Lohnes und Dankes wert. Es ist auch gut und förderlich, wenn im persönlichen Kontakt zwischen den Gemeindemitgliedern und dem Pastoralteam Wertschätzung und Anerkennung zum Ausdruck gebracht wird.

Doch schauen wir noch einmal genau hin. Was ist in diesem kleinen konstruierten Beispiel passiert?

  • Da haben Mitglieder eines kirchlichen Vereins ihren Glauben ernst genommen und durch ihre Veranstaltung Begegnung, Freude und Austausch über christliche Inhalte angeboten.
  • Die TeilnehmerInnen konnten auftanken, fühlten sich bereichert, konnten für eine Zeitlang vielleicht all das vergessen, was ihren Alltag oft so schwer macht.
  • Durch ihre freudige Zustimmung, durch ihren Dank gaben sie den Veranstaltern auch wieder etwas zurück.
  • Geben und nehmen - geschwisterliches Miteinander wurde konkret erfahrbar. Hier ereignete sich Kirche! Auch ohne Pastoralteam.

Oftmals ist noch in uns die Vorstellung, erst wenn der Pastor oder ein Hauptamtlicher anwesend ist, ist Kirche gegenwärtig. In der Bibel lesen wir: "Wo zwei oder drei in Jesu Namen versammelt sind, ist er mitten unter ihnen."

Jede und jeder Getaufte ist Berufene/r und repräsentiert Kirche, wenn sie oder er sich an Jesu Botschaft orientiert und sie lebt.

 Das II. Vatikanische Konzil drückt das so aus:

"Wenn auch einige nach Gottes Willen als Lehrer, Ausspender der Geheimnisse und Hirten für die anderen bestellt sind, so waltet doch unter allen eine wahre Gleichheit in der allen Gläubigen gemeinsamen Würde und Tätigkeit zum Aufbau des Leibes Christi ... Die Laien sind besonders dazu berufen, die Kirche an jenen Stellen und in den Verhältnissen anwesend und wirksam zu machen, wo die Kirche nur durch sie das Salz der Erde werden kann." (Lumen gentium)

Der Konzilstext ermutigt zum selbstbewussten Christsein. Verantwortung, Ideen, Einsatz und Aktionen werden nicht erst durch die Anwesenheit des Pastoralteams zum Wesen der Kirche, sondern durch den gelebten Glauben.

Und für wen, oder besser gefragt, weshalb setzen sich Christen für andere Menschen ein? Damit Gottes Gegenwart in unserer Welt zu dieser Zeit unter uns sichtbar wird.

 

Bilinda Jungblut

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