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Kirchensteuer, Kirchenaustritt und Beerdigung

Vikar Peter Lauschus

Es ist ein Thema, dass schon lange immer wieder diskutiert wird: Wie ist der Zusammenhang zwischen dem Zahlen von Kirchensteuer und Mitgliedschaft in der Kirche?

Das bundesdeutsche Modell der vom Staat eingezogenen Kirchensteuer und dem Austritt aus der Kirche beim Amtsgericht ist weltweit einmalig und so kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen: Entspricht dieses Modell überhaupt dem Kirchenrecht? Besonders der Austritt vor einer staatlichen Stelle wurde oft angezweifelt, auch in Rom. So war den eine Neuregelung fällig. Galt bisher in Deutschland der Austritt vor dem Amtsgericht als vollständiger Austritt aus der Kirche, also als Glaubensabfall, so wird jetzt von einem zwei Stufen Modell ausgegangen. Die Austrittserklärung allein wird nicht länger als Glaubensabfall gewertet. Wenn die Nachricht bei einem Pfarrbüro eingeht, wird der Ausgetretene angeschrieben und erst, wenn er sich dann in diesem Sinne erklärt, kann der zuständige Bischof den Abfall vom Glauben und die damit verbundene Exkommunikation feststellen. Aber auch schon der Austritt hat Folgen: Verlust der kirchlichen Rechte wie das aktive und passive Wahlrecht in den PGR oder KV und alle weiteren Gremien, das Recht Pate zu sein oder die Sakramente zu empfangen und oft als besonders schwerwiegend empfunden: Verlust des Rechtes auf ein kirchliches Begräbnis.

Wenn die Angehörigen erst bei der Planung des Begräbnisses vom Austritt des Verstorbenen erfahren, ist es für sie meist ein großer Schock, der in dieser Situation natürlich doppelt trifft. Wie damit umgehen? Das Faktum einfach zu ignorieren ist keine Lösung, denn das würde ja bedeuten, den erklärten Willen des Verstorbenen zu ignorieren. Aber wie sieht es mit den Angehörigen aus? In dieser Situation können wir ihnen als Christen doch nicht die Nähe und Hilfe, die sie benötigen, verweigern! Deshalb gibt es die Möglichkeit einer Begleitung der trauernden Angehörigen. Sie soll ihnen in dieser schweren Situation helfen aus dem christlichen Glauben Trost und Halt zu gewinnen. Diese Begleitung unterscheidet sich von einem kirchlichen Begräbnis auf verschiedene Weise:

Das meist übliche Requiem entfällt, der Geistliche, der bei der Beisetzung dabei ist, trägt keine liturgische Kleidung, die Gebete am Grab entfallen, es wird nur das „Vater unser“ gebetet.

So wird versucht, sowohl dem Willen des Verstorbenen als auch den Bedürfnissen der Lebenden gerecht zu werden.

Mit freundlichen Grüßen Peter Lauschus, Vikar.

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