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Lieben Sie Gott?

Diakon Manfred Lohmann

Liebe Schwestern und Brüder!

 

Sind Menschen, die nicht zur Kirche gehen, eigentlich schlechtere Christen?

Vielleicht sind Sie schon einmal so ähnlich gefragt worden. Muss man eigentlich, um ein guter Christ zu sein, zur Kirche gehen? Können Menschen, die nicht zur Kirche gehen, nicht doch auch gute Christen sein?

Die Antwort, die Jesus indirekt auf diese Frage gibt, lautet ganz klar: Nein. Das erste und wichtigste Gebot ist, Gott zu lieben. Wer Gott in der Kirche links liegen lässt, verstößt gegen das Gebot, an dem alles andere hängt. Wir reduzieren das Christentum zwar gerne auf das Gebot der Nächstenliebe. Aber Jesus nicht.

Hätten Sie auch so geantwortet? Oder regt sich jetzt Unbehagen?

Das ist nicht so verwunderlich. Wie soll das denn auch gehen - dass wir Gott lieben? Lieben Sie Gott? So richtig, aus ganzem Herzen, mit ganzer Seele und all Ihren Gedanken? Wie können wir jemanden lieben, den wir nicht sehen, den wir nicht berühren können? Wie können wir jemanden lieben, der so weit weg scheint?

Und ist es nicht wichtiger, menschlich zu bleiben und die Nächstenliebe zu leben?

Gut - eigentlich sollte man die beiden Gebote nicht gegeneinander ausspielen. Aber wenn ein solches Gebot so schwer zu erfüllen ist, dann ist es nicht verwunderlich, wenn wir irgendwann aufgeben; uns nur noch dem zweiten Teil zuwenden.

Damit setzen wir aber Christlichkeit und Menschlichkeit gleich: Dass jemand, der sich für die Not leidenden und vernachlässigten Menschen einsetzt, ein guter Mensch ist, ist unbestritten. Aber ob er deshalb auch schon ein guter Christ ist, egal, wie er seinen Glauben lebt, wage ich zu bezweifeln.

Liebe Leser, in Wirklichkeit ist das Doppelgebot der Liebe - Gott und den Nächsten zu lieben - ein und dasselbe Gebot. Denn unsere Liebe zu Gott findet ihren Ausdruck in der Nächstenliebe. Gottesliebe und Nächstenliebe sind nicht zwei Gegensätze, die sogar in Konkurrenz geraten können, sondern ein und dieselbe Bewegung - von uns weg. All die Liebe, die Gott uns schenkt, erwidern wir, indem wir den Nächsten lieben.

Dabei gilt dann ohne Ausnahme: Das eine geht nicht ohne das andere. Es ist uns völlig klar: Wer behauptet, Gott zu lieben, aber den Nächsten verachtet, der kann kein guter Christ sein. Dann gilt aber auch: Wer dem Nächsten dient, aber Gott seinen Dienst verweigert, der kann auch kein guter Christ sein!

Und wenn wir Katholiken glauben, dass im Gottesdienst, Gott seine Liebe uns mitteilt - in seinem Kreuzestod am deutlichsten - dann können wir nicht einfach am Gottesdienst vorbeigehen, ohne dass wir uns selbst schwächen.

Viel Stärke in der kommenden Woche wünscht ihnen

Manfred Lohmann, Diakon

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