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Mal ganz 'was anderes:

Krankenhauspfarrer
Edgar Zoor

Offenbar ist die Zeit des Neuen Jahres auch die hohe Zeit für Hochzeitspläne: Jedes Jahr nach den Feiertagen richten glücklich verliebte Paare Anfragen nach einem möglichen Hochzeitstermin an unsere Pfarrbüros. Findige Veranstalter werben in diesen ersten Wochen des neuen Jahres für anstehende Fachmessen zur Hochzeitsgestaltung. Nichts soll an diesem vermeintlich schönsten Tag im Leben vieler Liebender dem Zufall überlassen werden.

Und nach wie vor gehört für die Allermeisten das Ja-Wort in einer Kirche vor Gott und der Gemeinde unbedingt zu einer „richtigen“ Trauung dazu – wenn es denn kirchenrechtlich möglich ist und keiner der beiden Brautleute etwa durch eine vorher eingegangene Bindung daran gehindert ist.

Aber da kann es noch ein anderes – scheinbares – Problem geben: Für Deutschland gilt grundsätzlich: Vor der kirchlichen steht die zivilrechtliche Trauung! Für viele Paare war dies lange Zeit schlechthin das Hindernis für eine kirchliche Trauung: Denn es gibt Paare, die nicht standesamtlich heiraten mögen, da sonst eventuelle Rentenansprüche durch den Tod eines ersten Partners wegfallen würden.

Früher fuhr man dann oft ins Ausland, um dort kirchlich zu heiraten. Heute nehme ich wahr, dass sehr viele ältere Paare in unseren Gemeinden ohne Trauschein zusammenleben, obwohl sie es eigentlich mit ihrem katholischen Verständnis einer Beziehung gar nicht vereinbaren können.

Und ich bin dabei sehr überrascht, wie wenige wissen, dass seit einigen Jahren in solchen Fällen in Deutschland eben doch eine kirchliche Trauung möglich ist – wenn keiner der beiden Partner (mehr) kirchenrechtlich gültig verheiratet ist.

Im vergangenen Sommer durfte ich in einem sehr intimen Rahmen solch eine Trauung mitfeiern: Beide Partner hatten ihren Ehemann/ihre Ehefrau durch den Tod verloren und haben sich nun vor Gott und den Kindern das Ja-Wort gegeben – ohne vorher standesamtlich zu heiraten. Für die Beiden war es wohl wirklich der bislang glücklichste Tag ihres gemeinsamen Lebens.

Vielleicht haben Sie jetzt erst davon gehört, dass dies so möglich ist. Wenn Sie Genaueres dazu wissen möchten: Sprechen Sie uns Seelsorger an. Wir helfen Ihnen gerne weiter – nicht nur, weil das „mal ganz 'was anderes“ ist !

 

E. Zoor, Krankenhauspfarrer

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