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Maria einmal anders!

Diakon Gottfried Rempe

In der vergangenen Fastenzeit verbrachten die Caritaskonferenzen aus dem PV Bad Driburg einen Besinnungstag im Bergkloster der „Schwestern der hl. Magdalena Postel“ in Bestwig. Beim Rundgang durch das Kloster führte uns Schwester Gratia in die Kirche. Großes Erstaunen über die sehr gelungene Architektur machte sich breit. Wie ein Magnet zog die Marienfigur, ein Werk des Künstlers Heinrich Gerhard Bücker, unsere Blicke auf sich. Gestaltung und Standort der Marienfigur waren so ganz anders, als man es landläufig kennt.

Die Mariendarstellung, so erläuterte Schwester Gratia, bedeutet hier mehr als nur ein Frömmigkeitsbild. Der Künstler will zeigen, was Kirche und Gottesdienst an diesem Ort bedeuten. Auffallend ist die Figur des Jesus, der auf dem Schoß seiner Mutter mit ausgebreiteten Armen steht, die Arme so ausgebreitet wie später am Kreuz. Das Altarkreuz in der Kirche ist ein Abbild dieser Darstellung.

Das Bild drückt eine unmittelbare Nähe und ein liebevolles Entgegenkommen aus und fordert den Betrachter zum eigenen Weg der Nachfolge Christi auf. Mutter und Kind laden ein und machen neugierig, sich mit der Darstellung auseinanderzusetzen. Die ernst dreinschauende Mutter macht einen in sich ruhenden und gesammelten Eindruck als wolle sie uns sagen: „Ich bin den Weg mit meinem Sohn gegangen, der mit ausgebreiteten Armen auf die Menschen zugegangen ist. Geht auch ihr seinen Weg mit und wie er auf die Mitmenschen zu!“ Die Marienfigur  will uns auch sagen, dass wir mütterlich geborgen sind und so auch einander annehmen und uns gegenseitig Raum geben. Für uns als Caritaskonferenzen, aber auch für alle Christen, eine Weg weisende Geste!

Die Bücker-Madonna im Bergkloster Bestwig

Die Figur der Muttergottes weist noch eine Besonderheit auf. Sie steht nicht, wie meistens in den Kirchen zu sehen, an einer Wand, manchmal kaum sichtbar, sondern in der Mitte der Kirchenbesucher, sie steht „unter uns, direkt bei uns“!

Der Blick Marias geht aber auch hinaus, durch die Kirchentür, gleichsam als wolle sie uns sagen: „Ihr seid berufen, seid „Gesandte an Christi Statt“( 2 Kor 5,20).

Die Marienfigur im Bergkloster eröffnet einen neuen Blick, lässt Maria in einem anderen Licht erscheinen. Bei der Betrachtung dieser Mariendarstellung wird der Betrachter aufmerksam auf seinen eigenen Weg, mit dem er auf Christus, auf die Menschen zugehen darf und soll. Das Alltagsgeschehen bekommt einen neuen Blickwinkel!

Möge der Monat Mai, in dem die Muttergottes in Andachten  auf vielfältige Weise verehrt wird, uns lösen von manch verkitschter Darstellung, von manchen theologisch fragwürdigen Aussagen über Maria in Gebeten und Liedern. Maria ist mehr als ein museales Ausstellungsstück in unseren Kirchen! Sie ist die Frau, der wir unseren Erlöser Jesus Christus verdanken und die uns immer wieder mütterlich ermahnt: „Was ER euch sagt, das tut!“

 

Einen „wonnigen“ Mai-Monat wünscht Ihnen

Gottfried Rempe, Diakon

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