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Marienverehrung

Maria ist für viele Menschen fast zu einem Problem geworden. Man wagt nicht, über sie zu sprechen, nicht einmal ihren Namen zu erwähnen. Wer ist denn diese Frau, welche Bedeutung hat sie in der heutigen Zeit, kann sie uns überhaupt noch etwas sagen?

Marienverehrung und Volksfrömmigkeit besonders im Mai und Oktober, in denen die Muttergottes in besonderer Weise verehrt wird, sind nichtssagend geworden. Oft bleiben lediglich Äußerlichkeiten und unwesentliche Dinge wie Bilder, Kerzen, Wallfahrten und Prozessionen übrig, die zur Realität, die Maria darstellt, in keiner inneren Beziehung mehr stehen.

Wer ist Maria? Selbst für manche engagierte Christen besteht die Beziehung zu Maria aus nichts weiterem mehr als aus ein paar Gebeten, die aufgesagt werden, vielleicht als Bitte um Hilfe in der Not. Wenn es ganz schlimm kommt, erinnert man sich daran, dass man in solchen Lebenssituationen früher eine Wallfahrt gelobte. Man macht sich auf den Weg, aber glaubt man im letzten noch daran? Reduziert man Maria nicht nur auf Äußerlichkeiten, eine Frau mit einer schönen, reinen Gestalt, die nun mal mit zur Religion gehört? Doch wer ist Maria wirklich? Welche Bedeutung kommt ihr zu?

Das Wappen des verstorbenen Papstes Johannes Paul II. zierte das große „M“ für die Jungfrau Maria, unter deren Schutz er sein Pontifikat stellte. Chiara Lubich, die Gründerin der Focolarini – Bewegung, drückte es so aus:

„Jeder von Euch hat eine Mutter. Jeder von Euch weiß, was die Mutter für ihn bedeutet. Nimmt man alle Liebe und allen Schmerz der Mütter zusammen, so ergibt das noch nicht die Liebe, mit der Maria jeden einzelnen von uns ganz persönlich liebt.“

Dieses Bild bringt zum Ausdruck, dass unsere Beziehung zu Maria nicht nur die zu einer lebendigen Person ist, sondern der Liebe zweier Menschen gleicht, die eine große, tiefe Liebe miteinander verbindet. Vielleicht entsteht in uns dann der Wunsch, diese Liebe zu erwidern.

Die Möglichkeiten dazu entdecken wir, indem wir versuchen, die Tugenden zu leben, die ihr Leben aufweist: Mut zum Dienen, Einfachheit, Geduld, Lauterkeit, absolutes Hören auf Gott. Maria blieb immer im Hintergrund, um ihren Sohn, der Gott war, hervortreten zu lassen. Sie wollte sein, was sie vor Christus war: Geschöpf wie alle anderen. Gerade diese Einfachheit macht sie groß, aber sie ist als Geschöpf in gewisser Weise auch die Mutter des Schöpfers. Maria ist die Hilfe der Christen.

Wenn wir diesem Marienbild entsprechen wollen, muss jeder, dessen Glaube ins Wanken gerät, in uns Klarheit, Hilfe und Stütze finden. Und wenn Maria die Pforte des Himmels ist, muss unser Leben ein Anstoß, eine Tür sein, die unserem Mitmenschen den Weg zum Göttlichen, zu Gott öffnet.

Maria hat Jesus gedient, für ihn gesorgt. Sie war ihm nahe, als er am Kreuz den Schrei der Verlassenheit ausstieß und sie erfuhr in sich das Echo dieses Schreies. Dann finden wir sie wieder unter den Aposteln, nicht als Autorität, sondern als Mutter der entstehenden Kirche; ihre Gegenwart erinnert an Christus.

Unsere Berufung kann gerade heute nur darin bestehen, wie Maria zu sein, nicht nur vor Gott, sondern auch für jeden Menschen, mit dem wir in Berührung kommen. Maria in ihrer Wesensart nachzueifern, gilt allen Christen. Jeder einzelne, aber auch als Gemeinschaft sollen wir für die heutige Kirche eintreten und das sein, was Maria für die Urkirche war. Überall dort wo wir stehen, in der Familie, am Arbeitsplatz, im Parlament, in der Schule und Gemeinde, müsste die Gegenwart von Maria spürbar werden. Gegenseitige Liebe müsste die Atmosphäre prägen, in der Menschen miteinander leben und arbeiten. Die Freude müsste um ein Vielfaches wachsen und das Leid von allen gemeinsam getragen werden.

Pastor Janusz Kudyba

Dann könnte man fähig sein, gemeinsam auch den Schmerz zu tragen, von dem die Kirche in unserer Zeit gezeichnet ist. Wenn wir so leben, könnte Maria von vielen Christen neu entdeckt, von vielen verstanden und als Mutter erkannt werden.

Mit den Worten unseres Papstes Benedikt XVI. möchte ich gern meine Ausführungen schließen. Er betet:

„Heilige Maria, Mutter Gottes, unsere Mutter, lehre uns mit dir glauben und hoffen und lieben. Zeige uns den Weg zu seinem Reich. Stern des Meeres, leuchte uns und führe uns auf unserem Weg!“

 

Es grüßt Sie

Ihr Pastor Janusz Kudyba

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