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Mut zum öffentlichen Bekenntnis

Diakon Manfred Lohmann

Am Hellweg, in Bad Driburg, gibt es ein Fitness-Studio. Vom Gehweg nur durch große Glasscheiben getrennt - strampeln und laufen Menschen auf ihren Geräten, krümmen den Rücken, stemmen die Gewichte. Nur ein Lamellenvorhang an den Scheiben schützt sie vor der Außenwelt, und jeder Vorbeigehende kann stehen bleiben und neugierig oder bewundernd zuschauen.

Das ist wohl von den Betreibern des Studios genau so beabsichtigt. Gebäudewerbung kann man sich dort sparen, denn jeder sieht sofort, was angeboten wird. Ich wundere mich, wie wenig es den Fitness-Anhängern auszumachen scheint, dass sie bei ihren schweißtriefenden Übungen begafft werden. Im Gegenteil: Manche Gesichter scheinen die Aufmerksamkeit sogar zu genießen, denn sie lächeln ihr Publikum an, winken...

Die Botschaft ist klar: Diese Frauen und Männer sind stolz darauf, etwas für ihren Körper zu tun, und wollen es zeigen. Und ihre Überzeugung wirkt tatsächlich ansteckend. Jedenfalls geht es mir ab und zu so, dass mich beim Vorbeigehen an diesen trainierenden Menschen das schlechte Gewissen packt: Eigentlich sollte auch ich wieder mehr für meine Kondition, gegen mein Übergewicht tun.

Es gibt Lebensbereiche, in denen der Bekenntnismut weniger ausgeprägt ist. Dazu gehört die Haltung aus unserem Glauben, aus unserem Christsein. Religiöse Gesprächsthemen gelten mittlerweile sogar in der Freizeit als albern. Zu oberflächlich ergeht der Hinweis, Religion sei ausschließlich Privatangelegenheit. Doch wie sollen wir Christen unseren missionarischen Auftrag ernst nehmen, wenn wir unsere Überzeugung nicht kundtun? So wie dieses Fitness-Studio können wir nicht vorgehen, keine Frage. Aber der Einzelne sollte schon zu seiner Überzeugung stehen.

Hier und Heute, nur eine Ermutigung für dieses weite Feld: Immer wieder begegnen wir Menschen, die uns von ihren Anliegen und Sorgen berichten. Neben dem Zuhören und dem möglichen Angebot tatkräftiger Hilfe kann dann auch der Hinweis kommen, wie gut einem selbst das Beten in einer vergleichbaren Lage tut. Auch wenn der Gesprächspartner diese Anregung nicht gleich umsetzt, so ist doch das Thema Gebet erst einmal bei ihm „geparkt“.

Wenn er öfter entsprechende persönliche Zeugnisse hört, fängt er vielleicht auch (wieder) damit an. Wenn wir aber über unser eigenes religiöses Leben ihm gegenüber schweigen, dann hat dieser Mensch doch ganz klar eine Chance weniger.

Oder?

Eine gute Woche wünscht ihnen

Manfred Lohmann
Diakon

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