Sprungnavigation Direkt zum Inhalt Direkt zur Hauptnavigation; Direkt zur Servicenavigation; Übersicht zu dieser Seite; Kontakt aufnehmen;

 rahmen top

Pfarrnachrichten:

Aktuelle Ausgabe

Archiv

Nachfolgen?

Gemeindereferentin
Anne Frank

Da standen sie nun, die einen selbstbewusst und lächelnd, die anderen eher ernst und schüchtern. Jungen und Mädchen, alle ca. 9 Jahre alt, einige groß und kräftig, andere zart und klein. Die meisten trugen ein selbstbemaltes T-Shirt mit vielen Namen, gedruckten oder aufgezeichneten Schafen und dem Schriftzug: Ich bin da, wo du bist. - Kokis 2015. So oder ähnlich muss es in vielen Kirchen unseres Pastoralen Raumes gewesen sein, als sich die diesjährigen Kommunionkinder ihrer Gemeinde im Gottesdienst vorstellten. Im gesamten Raum Bad Driburg werden im Frühling 76 Kinder zum ersten Mal zum Tisch des Herrn gehen.

Seit September vergangenen Jahres sind sie und ihre Familien nun schon auf dem Weg der intensiven Vorbereitung. In Tischgruppen und Weggottesdiensten, in der heiligen Messe am Sonntag und in der Mitgestaltung und Feier von Schulgottesdiensten kommen sie Jesus von Nazareth, seinem Leben und seiner Gottesbeziehung ein Stückchen näher. Auch lernen sie etwas über ihre Kirchengemeinde und erfahren im gemeinsamen Tun Gemeinschaft. Dies alles machen sie mal mit mehr, mal mit weniger Begeisterung; mal freiwillig, mal von den Eltern gedrängt. Auch zeigen sie sehr deutlich, an welchen Punkten der Gottesdienst für sie zu lang oder uninteressant wird – und manchmal schlagen sie dabei – für unseren Erwachsenengeschmack – über die Stränge. - Und sie stellen Fragen:

„Wo genau ist der Himmel?“ „Wie sieht es da aus?“ „Lebt Jesus noch in Israel?“ „Wie kann er denn bei Gott im Himmel leben, da ist man doch tot?“, Wie kann Jesus denn bei all den vielen Menschen gleichzeitig sein?“ oder „Woher weißt du das eigentlich alles, was du uns erzählst?“ und „Stimmen denn die Geschichten aus der Bibel oder sind das nur Märchen?“ und „Das ist mein Blut, das ist mein Fleisch… Das ist doch ekelig.“ Bei vielen dieser Fragen ist mein Antwortversuch nicht immer ganz zufriedenstellend für den Frager, manchmal muss ich eine Antwort schuldig bleiben. Doch gerade solche Bemerkungen können helfen, wieder neugierig zu werden auf Jesus, der für uns der Christus ist und der sich uns im Brot schenkt. Ehrliche Fragen helfen, sich wieder auseinanderzusetzten mit Gott und unserem Glauben und seiner Bedeutung für unser eigenes Leben.

„Kommt und seht!“ (Joh 1,39) ist die Einladung Jesu an die Jünger des Johannes im Evangelium des vergangenen Sonntags. „Kommt her, folgt mir nach!“(Mk, 1, 17) ruft Jesus den Fischern in der Erzählung des heutigen Sonntags zu. Lassen wir uns doch von diesem Ruf treffen und gehen ein Stück mit; egal ob lange und intensiv oder eher flüchtig, „nur einen Tag lang“. Mit dem Glauben und seinen Fragen ist nach der Erstkommunion nicht Schluss, weder für Kinder noch für Erwachsene. Es geht weiter, ein Leben lang, wenn ich mich einlassen will und kann. Schicken wir nicht die Kinder allein vor auf diesem Weg; trauen wir uns, ihn auch als Erwachsene zu gehen.

Ihnen und Ihren Familien eine gesegnete Woche wünscht
Anne Frank

12.263.072  Besucher seit 09.2009