Sprungnavigation Direkt zum Inhalt Direkt zur Hauptnavigation; Direkt zur Servicenavigation; Übersicht zu dieser Seite; Kontakt aufnehmen;

 rahmen top

Pfarrnachrichten:

Aktuelle Ausgabe

Archiv

Neues Jahr

Pater Norbert Wientzek

Seit paar Tagen haben wir das Jahr 2017. Was wird es uns bringen? Was wird es uns nehmen? Wird es besser oder schlechter sein als das letzte Jahr?

In jedem Jahr gibt es viele Dinge, die wir nicht planen können, die uns überraschen, die wir nicht vorhersehen. Es gibt aber auch Ereignisse, auf die wir uns vorbereiten, von denen wir seit langem wissen, dass sie in diesem Jahr stattfinden werden. Dazu gehören sicherlich Erstkommunionfeiern, Hochzeiten, runde Geburtstage und andere Jubiläen. Dazu gehören auch wichtige Ereignisse aus Geschichte, Politik oder auch Sport.

Für das Christentum ist das Jahr 2017 vor allem durch das Jubiläum „500 Jahre Reformation“ geprägt. Besonders hier in Deutschland, wo die Reformation angefangen hat, wird es viele Gottesdienste, Tagungen und wissenschaftliche Konferenzen zu diesem Thema geben. Es ist auch ein Thema für die Ökumene, und es geschah schon einiges in diesem Bereich.

Ich möchte kurz die „Gemeinsame Erklärung anlässlich des katholisch-lutherischen Reformationsgedenkens“ vorstellen. Diese Erklärung haben Papst Franziskus und Munib Younan, Präsident des lutherischen Weltbundes, am 31. Oktober 2016 in Lund (Schweden) unterschrieben.

Zuerst wird in Dankbarkeit der letzten 50 Jahre gedacht, in denen durch den ökumenischen Dialog das gegenseitige Verständnis und Vertrauen vertieft wurden: „Durch Dialog und gemeinsames Zeugnis sind wir nicht mehr Fremde. Vielmehr haben wir gelernt, dass das uns Verbindende größer ist als das Trennende“

Es wird anerkannt (und Christus dafür um Vergebung gebeten), dass Lutheraner und Katholiken die sichtbare Einheit der Kirche verwundet haben, gefolgt von dem Appell: „Unser gemeinsamer Glaube an Jesus Christus und unsere Taufe verlangen von uns tägliche Umkehr, durch die wir die historischen Meinungsverschiedenheiten und Konflikte, die den Dienst der Versöhnung behindern, ablegen (…) Im Bewusstsein, dass die Art und Weise, wie wir miteinander in Beziehung treten, unser Zeugnis für das Evangelium prägt, verpflichten wir uns selbst in der Gemeinschaft, die in der Taufe wurzelt, weiter zu wachsen, indem wir uns bemühen, die verbleibenden Hindernisse zu beseitigen, die uns davon abhalten, die volle Einheit zu erlangen. Christus will, dass wir eins sind, damit die Welt glaubt.“

Neben den theologischen Dialog gibt es auch den Aufruf, gemeinsam das Evangelium Christi zu bezeugen, indem Katholiken und Lutheraner die Menschheit einladen, die gute Nachricht von Gottes Heilshandeln zu hören und zu empfangen.

Als Felder des gemeinsamen Handelns in der Welt werden genannt:

  • Eintreten für die Würde und Rechte der Menschen, besonders der Armen, in der Welt
  • Sich einsetzen für ende der Gewalt und des Extremismus
  • Aufnahme der Fremden und Flüchtlinge
  • Gemeinsamer Dienst zu Bewahrung der Schöpfung vor Ausbeutung und Gier

Am Ende der Erklärung stehen folgende hoffnungsvolle Worte:
„Mehr als die Konflikte der Vergangenheit wird Gottes Gabe der Einheit unter uns die Zusammenarbeit leiten und unsere Solidarität vertiefen. Indem wir uns im Glauben an Christus näher kommen, indem wir miteinander beten, indem wir aufeinander hören und Christi Liebe in unseren Beziehungen leben, öffnen wir uns, Katholiken und Lutheraner, der Macht des Dreieinen Gottes. In Christus verwurzelt und ihn bezeugend erneuern wir unsere Entscheidung, treue Boten von Gottes grenzenloser Liebe für die ganze Menschheit zu sein“.

Hoffnungsvolle und herausfordernde Worte nicht nur für das Jahr 2017!

Ihr
P. Norbert Wientzek SVD

12.481.644  Besucher seit 09.2009