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Neuevangelisierung

Pater Norbert Wientzek

Mit dem „Jahr des Glaubens“, von dem ich in der letzten Ausgabe der Pfarrnachrichten geschrieben habe, ist auch das Thema „Neuevangelisierung“ verbunden.

Benedikt XVI. hat dazu einen neuen „Päpstlichen Rat“ ins Leben gerufen, dessen Hauptaufgabe es sein wird, „in jenen Ländern eine neue Evangelisierung voranzutreiben, wo zwar schon eine erste Verkündigung des Glaubens erfolgte und es Kirchen alter Gründung gibt, die aber eine fortschreitende Säkularisierung der Gesellschaft und eine Art ‚Finsternis des Sinnes für Gott’ erleben.  Diese Herausforderung drängt die Kirche dazu, geeignete Mittel zu finden, um die immerwährende Wahrheit des Evangeliums Christi erneut darstellen zu können.“

Offiziell wurde der neue Päpstliche Rat mit dem Schreiben Ubicumque et semper vom 21. September 2010 errichtet. Zum Präsidenten wurde Erzbischof Rino Fisichella ernannt. Dieser Bischof hat ein Buch geschrieben, das auch auf Deutsch erschienen ist und den Titel Was ist Neuevangelisierung trägt. In diesem Buch hat er seine persönlichen Gedanken zu diesem Thema gebracht.

Es ist interessant zu wissen, dass die Problematik schon sehr früh erkannt wurde, ohne dass dabei das Wort „Neuevangelisierung“ verwendet worden ist. Papst Johannes XXIII. hat in seiner Ansprache zu Eröffnung des II. Vatikanischen Konzils Gaudet Mater Ecclesia von der Notwendigkeit gesprochen, die Gegenwart in ihrem veränderten Verhältnis zu Gott zu betrachten, um herauszufinden, in welcher Form man ihr das Evangelium am besten vermitteln kann. Er sagte: „Denn etwas anderes ist das Depositum Fidei oder die Wahrheiten, die in der zu verehrenden Lehre enthalten sind, und etwas anderes ist die Art und Weise, wie sie verkündet werden, freilich im gleichen Sinn und derselben Bedeutung.“

Das Thema ist dann auch in verschiedenen Dokumenten des II. Vatikanischen Konzils zu finden, besonders im Dekret Ad Gentes über die Missionstätigkeit der Kirche, wo unter anderem zu lesen ist: „Diese Aufgabe ist überall und in jeder Lage ein und dieselbe, auch wenn sie, je nach Umständen, nicht in der gleichen Weise ausgeübt wird. Folglich kommen die Unterschiede, die innerhalb dieser Tätigkeit der Kirche anzuerkennen sind, nicht aus dem inneren Wesen der Sendung selbst, sondern aus den Bedingungen, unter denen diese Sendung vollzogen wird.“ Dem Thema Evangelisation war auch die Bischofssynode im Jahr 1975 gewidmet, und als Frucht dieser Synode entstand das Schreiben Evangelii nuntiandi, wo Papst Paul VI. unterstreicht: „Die Weisen der Evangelisierung sind verschieden je nach den unterschiedlichen Umständen der Zeit, des Ortes und der Kultur.“

Wie man erkennt, sieht die Kirche auch ohne Verwendung des Wortes Neuevangelisierung das Problem seit längerer Zeit und versucht es zu lösen.

Schließlich hat sich die letzte Bischofssynode in Rom im Oktober 2012 mit dem Thema Neuevangelisierung beschäftigt, auf das postsynodale Schreiben warten wir noch.

Es ist zu wünschen, und darum müssen wir auch beten, dass wir alle Wege und Methoden finden, um dem heutigen Menschen, der vielleicht schon getauft ist, aber sich von Gott entfernt hat, den Glauben so zu vermitteln, dass er daran Geschmack findet.

Ihr
Norbert Wientzek svd

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