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Nicht verzagen -
wachsen !

Diakon Guido Schütte

Kennen Sie den Hildesheimer Rosenstock?

Das ist ein gewaltiger Strauch der Art Rosa canina, der die Apsis des Hildesheimer Domes praktisch einhüllt. 1000 Jahre (800 Jahre sind wissenschaftlich belegt) soll er dort bereits gewachsen sein, als die Fliegerbomben des Zweiten Weltkrieges Stadt und Dom in Schutt und Asche legten und der Rosenstock bis auf den Boden herunterbrannte. Was für eine erschütternde Erfahrung muss es für die Menschen damals gewesen sein, neben allem anderen auch noch dieses Symbol für Beständigkeit und Ewigkeit zu verlieren!

Aber dann: Aus der von Trümmern verschütteten Wurzel sprossen 25 neue Triebe hervor - der Rosenstock war wieder da! Und eine ganze Stadt, eine ganze Diözese schöpfte neue Zuversicht und Kraft, spuckte in die Hände und baute alles wieder auf. Und der Rosenstock kletterte an der neu errichteten Apsis herauf und wuchs wieder bis zur heutigen Pracht heran.

Diese – wahre! – Geschichte prägt ein wirklich schönes Bild unserer christlichen Hoffnung, aber auch unserer Bestimmung. Die kümmerlichen Reste der Hildesheimer Rosenwurzel „wussten“ nicht, ob es über der Erde lebenswerte Bedingungen gibt, ob sich die Kraftanstrengung eines Neuanfangs überhaupt lohnen würde. Ohnehin hat bis heute noch kein Mensch so etwas wie „Wissen“ einer Pflanze im eigentlichen Sinne nachweisen können.

Wichtiger ist: Es liegt in der Natur dieser Pflanze zu wachsen, sobald das möglich ist, um so im ursprünglichsten Sinne zur Entfaltung zu kommen. Darin liegt das eigentliche Geheimnis ihres hohen Alters! Unser göttlicher Schöpfer hat das in sie hineingelegt – und genauso in uns Menschen!

Wir können glauben oder zweifeln, ob es ein Ewiges Leben gibt; das Ausstrecken unserer Existenz nach der Ewigkeit gehört zu den tiefsten menschlichen Erfahrungen – gerade wenn es dem irdischen Ende entgegengeht. Und das Versprechen Gottes, dass so viele vor und neben uns im Leben und Sterben bezeugt haben, ist:

Vertraue darauf, dass dein Wille zum Ewigen Leben seine Wurzeln darin hat, dass diese Ewigkeit tatsächlich vor dir liegt, genauer: Dass du durch Jesus Christus in die Ewigkeit bereits eingetreten bist!

Machen wir es wie der Tausendjährige Rosenstock: Nicht verzagen – wachsen! Irgendwann brechen wir durch die Kruste des Irdischen hindurch und wachsen dem Licht entgegen, das uns im Herzen schon immer geleuchtet hat.


Eine gesegnete Woche wünscht Ihnen

Diakon Guido Schütte

Der Hildesheimer Rosenstock im Sommer 2009 - die ersten Hagebutten reifen heran...

 


 

Den gesprochenen Text dieses Beitrages finden Sie hier.

 

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