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Ohne Frauen geht es nicht!

Gemeindereferentin Bilinda Jungblut

Folgende kleine Begebenheit geht mir nicht aus dem Kopf. Anfang Februar haben eine Kollegin und ich eine PGR-Klausur mit 7 Pfarrgemeinderäten (PGR´s) eines Pastoralverbundes geleitet.

Jeder PGR hatte die Aufgabe, das Leben der eigenen Kirchengemeinde darzustellen und in einem Satz ihr Profil zu beschreiben.

Während das Profil der meisten Gemeinden dieses Pastoralverbundes etwas mit Gemeinschaft und Zusammenhalt zu tun hatte, formuliert der PGR einer Gemeinde „Ohne Frauen geht es nicht!“

Die Mitglieder dieses PGR´s (Frauen und Männer) berichteten dann begeistert, wie viel der anfallenden Arbeit innerhalb der Gemeinde von Frauen übernommen wird. Es wurde deutlich, bei diesem Tun geht es nicht in erster Linie um das Sorgen für eine gute Atmosphäre und das leibliche Wohl bei gemeindlichen Feiern und Aktivitäten; sondern die Frauen setzen sich dafür ein, dass die Botschaft Jesu Christi heute lebendig bleibt. Engagiert bemühen sie sich um die Weitergabe des Glaubens an die nächste Generation, begleiten alte und kranke Menschen, bieten verschiedene Formen von Gottesdiensten an und feiern sie auch mit der Gemeinde. Und noch sehr vieles mehr planen und gestalten sie.

Ich fragte die Frauen: „Wie ist das für Sie, wenn Sie als Frauen den Großteil der Pastoral in Ihrer Gemeinde tragen, aber ansonsten wenig Bedeutung innerhalb der Kirche haben?“

Die Antwort darauf: Zunächst ein erschrockenes Atemanhalten, so als dürfe diese Frage nicht gestellt werden, und schon gar nicht im Beisein des Pastoralverbundsleiters. Doch dann ergriffen einige Frauen mutig das Wort: „Es ist schon manchmal sehr schmerzlich und enttäuschend, dass wir Frauen nur im Hintergrund aktiv sein dürfen. Die viele gute Arbeit, die wir leisten, soll zwar getan werden und wird auch stillschweigend akzeptiert, aber ansonsten...“

Warum greife ich diese Situation hier auf?

Es ist allgemein zu beobachten, dass auch in den Gemeinden unseres Pastoralverbundes Bad Driburg der überwiegende Teil der pastoralen Arbeit von den Frauen getragen wird, sei es in der Kommunionvorbereitung, der Taufpastoral, der Betreuung von alten, kranken und sozial schwachen Menschen, in Liturgiekreisen, in Eine - Welt - Arbeitsgruppen.

Frauen ließen sich zu Wortgottesfeier-Leiterinnen ausbilden und bieten hervorragend gestaltete Gottesdienste an, laden Kinder zum Kirchentreff ein, organisieren Wallfahrten, nehmen am Bibelkreis, an religiösen Gesprächskreisen und an den Exerzitien im Alltag teil.

Sicherlich ließe sich noch vieles nennen, wo sich nur Frauen engagieren und Verantwortung für das Reich Gottes hier vor Ort übernehmen. Würden diese Frauen ihren Dienst einstellen und ihre Verantwortung aufgeben, sähe es sehr mager in unserer Kirche aus. Und das liegt nicht daran, dass Frauen mehr Zeit haben. Sie sind heute durchweg berufstätig und tragen meistens auch noch die Mehrfachbelastung von Haushalt, Kindererziehung und Betreuung alter Eltern.

Obwohl Frauen tatkräftig und begeistert pastorale Aufgaben angehen, um Jesu Botschaft auch in dieser schwierigen Zeit mit Leben zu füllen, wird ihnen ein Amt in der Kirche verwehrt. Nicht weil sie über weniger Glaubenskraft, weniger Kompetenz und Lebenserfahrung, weniger moralische Integrität verfügen, sondern ihr Frausein genügt, nur den hinteren Platz in der Kirche einzunehmen.

Und wo und wann wird den Frauen einmal für all ihren Einsatz in der Weise gedankt, dass ihnen zugestanden wird, dass sie es sind, die zum großen Teil das gläubige Miteinander innerhalb der Gemeinden kreativ gestalten und durch ihr Engagement weiterbringen.

Mir ist bewusst, welches „heiße Eisen“ ich hier anspreche. Einige werden sicherlich entrüstet den Kopf schütteln oder müde lächeln (und das nicht nur die Männer). Doch ich weiß mich auch mit vielen Schwestern im Glauben solidarisch verbunden.

Schauen wir einmal auf die Osterbotschaft. Welche Rolle nehmen Frauen dort ein?

Alle Evangelien berichten, dass den Frauen, die alles verändernde Botschaft von der Auferstehung Christi verkündet und anvertraut wird.

Im Matthäus-Evangelium beauftragt Jesus selbst die Frauen, die Kunde, dass er den Tod überwunden hat und vorausgeht nach Galiläa, seinen Brüdern zu verkünden (Mt 28,10).

Damit räumt Jesus den Frauen einen besonderen Platz ein. Sie sind die ersten Zeuginnen und Verkünderinnen des Lebens, das Gott der Menschheit durch den Tod und die Auferstehung Jesu Christi geschenkt hat.

 

Ihre

Bilinda Jungblut, Gem.Ref.

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