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Osterbrief 2016

Pfarrer Hubertus Rath

 

Liebe Schwestern und Brüder,

in den Evangelien gibt es einen ganz knappen Zeitabschnitt zwischen Tod und Auferstehung Jesu, der mir diese Erzählung so glaubwürdig macht. Es ist die Reaktion der Jünger und Jüngerinnen auf die Auffindung des leeren Grabes oder die ersten Erscheinungen des Auferstandenen. Sie reagieren durchweg alle ungläubig und unverständig.

Hätten die Jünger aus propagandistischen Zwecken diese Berichte erfunden, etwa, um zu zeigen, dass sie doch Recht gehabt haben, um aus der Leichtgläubigkeit der Mitmenschen Gewinn zu schlagen oder welche anderen eigennützige Motive man ihnen unterstellen mag, dann hätten sie diesen für sie peinlichen Moment sicherlich verschwiegen, dann hätten sie sich selbst heldenhafter dargestellt.

So aber berichten die Evangelien von Menschen, die von der Situation überrascht und überfordert werden und nicht von Menschen, die diese Situation beherrschen und das Beste daraus machen. Ob es Petrus ist, die Emmausjünger, Maria Magdalena oder die namenlosen Frauen am Grab. Sie halten es für Geschwätz, sie sind voller Trauer und Enttäuschung oder sie sind voller Furcht. Nicht einer ist da, der sofort fröhlich pfeifend und begeistert die Botschaft von der Auferstehung weitererzählt. Noch wenn sie ihn sehen, sehen sie an ihm vorbei, durch ihn hindurch. Sie erkennen ihn nicht. Sie sehen ihn und sehen doch bloß den Gärtner. Sie gehen mit ihm und sehen doch bloß den ortsunkundigen Wanderer nach Emmaus.

Ihr Glaube, ihr Vertrauen in diese Person Jesus von Nazareth ist tot und sie tun das Einzige, was sie noch tun können: Sie gehen zum Grab, um zu trauern. Sie gehen heim nach Galiläa und nehmen die gewohnte Tätigkeit als Fischer wieder auf. Nicht zu viel denken, nicht zu viel fragen, sich in die Arbeit stürzen. Wie man (auch Sie und ich) halt lebt, wenn ein großes Loch, eine große Leere in einem ist.

Umso gewichtiger werden die Momente, wenn die Jünger und Jüngerinnen dann wieder aufstehen aus dieser Resignation, wenn sie dann doch aufbrechen, wenn sie dann doch „Rabbuni“ sagen, wenn sie ihn dann doch wiedererkennen an der Art, wie er das Brot bricht. Hätten die Jünger es erfunden, hätte Jesus nicht diese langwierige Überzeugungsarbeit leisten müssen. Dann wären sie, wie in vielen anderen Heldengeschichten, die wir kennen, schneller gewesen, hätten schon immer gewußt, was gut und richtig ist und es auch konsequent getan.

So aber sind sie wie wir: Unverständig, überfordert, mal dies wollend, dann wieder das und gar nicht so sicher, ob das, was wir tun und reden und glauben richtig ist und auch gut. Hätte der auferstandene Sohn Gottes kein Verständnis für diese Unsicherheit, hätte er sich auch nicht auf die Jünger eingelassen. So aber dürfen auch wir davon ausgehen, dass er sich auf uns einlässt.

Deshalb kann ich Ihnen zur Osterzeit den Segen des Auferstandenen wünschen und danke Ihnen für alles, was Sie im vergangenen Jahr aus Ihrem Glauben heraus für Ihre Ortschaft, für Ihre Gemeinde, für Ihre Gruppierung getan haben. Ich danke Ihnen im Namen aller meiner Kolleginnen und Kollegen für die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit und für die Freundlichkeit und Wärme, die Sie uns entgegenbringen. Es grüßt Sie ganz herzlich

Ihr Pfarrer Hubertus Rath.

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