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Palmsonntag

P. Michael Janmieling

„Was machst du eigentlich mit den Buchsbaumzweigen, die du am Palmsonntag mit nach Hause bringst, landen die dann bei dir in der Biotonne?“ Diese Frage stellte ich diese Tage ein wenig provozierend ein paar Freunden. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: „Biotonne? Die werden zu Hause an das Kreuz gesteckt!“ „Und warum an das Kreuz?“ „Na ja, weil das halt immer so war...“

Warum stecken wir eigentlich die gesegneten Buchsbaumzweige vom Palmsonntag an das Kreuz? Ich denke, wenn wir solche Zeichen setzen, brauchen diese Klarheit und Verständnis sonst werden sie nur noch hohler Ritus. Vielleicht geben uns schon die Texte mit denen der Priester die Gemeinde in die Feier des Palmsonntags einführt eine tiefere Antwort: „Christus ist in seine Stadt Jerusalem eingezogen, dort wollte er Leiden und Tod auf sich nehmen... Wir folgen dem Herrn auf seinem Leidensweg und nehmen Teil an seinem Kreuz, damit wir auch Anteil erhalten an seiner Auferstehung und seinem Leben.“ (Text aus dem Messbuch)

Der Palmsonntag ist im Grunde die Schwelle zur Karwoche. Wir wollen in dieser Woche Christus folgen auf seinem Weg nach Jerusalem, ein Weg der aber durch Leiden, Sterben und Tod geht. Wir gehen diesen Weg mit ihm: ganz konkret am Gründonnerstag, am Karfreitag und am Karsamstag. Aber das eigentliche Ziel bleibt das Osterfest: die Auferstehung Christi am dritten Tag, der Sieg über den Tod.

Dieser Weg, den Christus uns vorausgegangen ist, bleibt auch der Weg den wir selber in unserem alltäglichen Leben immer wieder erfahren. Immer wieder erfahren wir Mühen und Kämpfe, Höhen und Tiefen. Aber Gott will uns bei all dem immer zu unserem eigentlichen Ziel führen: das Leben und die Freude. Wenn wir dieses Ziel aus den Augen verlieren, droht unser Leben zu verflachen.

Wenn wir also am Palmsonntag nach Hause kommen, das frische Grün der Buchsbaumzweige in den Händen halten, dürfen wir diese an das Kreuz stecken, denn sie sind Zeichen des Sieges und des Lebens. In Stunden der Not, des Zweifels und des persönlichen Leids können wir auf diese Zweige mit einen Blick der Hoffnung schauen, dass durch Gottes Liebe doch alles verwandelt werden kann. Im Grün dieser Zweige leuchtet schon der österliche Sieg hervor, der unser Leben immer wieder durchdringen darf.

Mein Vorschlag: Wenn Sie in diesem Jahr das tun, was Sie immer schon getan haben, dann versuchen Sie es doch mal viel bewusster und beten Sie doch mal dabei vielleicht folgendes Gebet oder verweilen einfach eine Minute in der Stille vor dem Kreuz.

„Herr Jesus Christus, in dieser Karwoche wollen wir dich auf deinen Leidensweg begleiten. Wenn ich jetzt ganz bewusst auf das Kreuz schaue, spüre ich, dass du alles Leid auf dich nimmst und öffnest mir damit selbst einen Weg, zum Glauben und zum Vertrauen. So stecke ich diesen Zweig an dieses Kreuz, als ein Zeichen meines eigenen Glaubens und Vertrauens. Hilf mir selber in dieser Welt und in meiner Familie, so wie dieser Zweig, ein Zeichen der Hoffnung und des Vertrauens zu sein. Gib mir immer das Vertrauen, dass ich jetzt schon Anteil habe an deinem österlichen Sieg. Amen“

Eine gute Woche und ein frohes Osterfest,
P. Michael

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