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Datum: 18. Dezember 2017 - 11:55 Uhr

„Papst Franziskus konkret“ –
hier und jetzt in meinem Leben

Krankenhauspfarrer
Edgar Zoor

Rom vibriert schon jetzt: In den kommenden Wochen bis zum Osterfest muss nämliches Gigantisches in der Heiligen Stadt geleistet werden: Es wird ein Pilgertsunami in noch nie dagewesenen Ausmaß erwartet. Dafür sind drei Päpste verantwortlich: Papst Franziskus zieht als Phänomen immer stärker die Massen an. Unzählige werden mit ihm Ostern feiern wollen. Er hat entschieden, ein Jahr nach seiner Amtsübernahme am  Weißen Sonntag zwei seiner verstorbenen Vorgänger heilig zu sprechen: Papst Johannes XIII. wird ganz Italien nach Rom bewegen, Papst Johannes Paul II. wird das katholisches Polen ins Pilgern bringen. Das Wort Jesu an Petrus und seine Kollegen am See Genezareth, das wir heute  hören werden, bekommt noch einmal einen ganz anderen Klang: „Ich werde Euch zu Menschenfischern machen.“ (Mt 4,19)

Der Ausstrahlung von Papst Franziskus kann sich kaum jemand entziehen. Und es macht ihn ja gerade so überzeugend, dass wir alle den Eindruck haben, dass er selbst der Letzte ist, der das möchte. Er will sicher kein charmanter Superstar sein, zu dem die Botschaft seiner Person ihn schon längst gemacht hat. Er möchte die Menschen zu mehr Glauben und damit zu mehr Leben führen – auch im Pastoralen Raum Bad Driburg. Wie das gehen soll?

In seinem Schreiben „Evangelii gaudium“, das P. Norbert Wientzek SVD in zwei vorausgegangenen Ausgaben dieser Pfarrnachrichten schon vorgestellt hat, zitiert Papst Franziskus zunächst ein Wort der Glaubenskongregation aus dem Jahr 1984: „Von allen ist die geistliche Bekehrung, die intensive Gottes- und Nächstenliebe, der Eifer für Gerechtigkeit und Frieden, der evangeliumsgemäße Sinn für die Armen und die Armut gefordert.“ (AAS 76; 908). Sofort aber schließt der Papst  sehr nüchtern und realistisch an: „Ich fürchte, dass auch diese Worte nur Gegenstand von Kommentatoren ohne praktische Auswirkungen sein werden. Trotzdem vertraue ich auf die Offenheit und die gute Grundeinstellung der Christen, und ich bitte euch, gemeinschaftlich neue Wege zu suchen, um diesen erneuten Vorschlag anzunehmen“ (Evangelii gaudium 201)

In der kommenden Fastenzeit werden wir darum gemeinschaftlich auf einem inhaltlich neuen Weg der „Exerzitien im Alltag“ versuchen, diesem Wunsch des Papstes zu entsprechen, damit seine Worte „praktische Auswirkungen“ für unser Leben haben können. Gemeindeassistentin Julia Kembügler  und ich bieten Ihnen an, Sie in einer Gruppe für die Dauer von vier Wochen mit Impulsen aus der Spiritualität unseres Papstes geistlich zu begleiten. Das Genauere erfahren Sie auf unserer Homepage oder auch in Flyern, die in unseren Kirchen ausliegen. So kann Papst Franziskus sehr konkret werden – hier und jetzt in unserem Leben. - - -  Oh, na sieh mal einer an! Gerade hat es an der Tür geschellt: Eine Frau von einem Zirkus im Winterquartier bittet um Spenden für die Tiere und die Familie. Normalerweise gebe ich da nichts – wer weiß, ob das alles immer so stimmt …! Aber gerade ging das fast wie von selbst, wenigstens ein paar Euro …! Wen wundert´s? Schließlich habe ich vor ein paar Minuten in meinen Laptop folgende Worte des Papstes getippt: „Von allen ist die geistliche Bekehrung, die intensive Gottes- und Nächstenliebe, der Eifer für Gerechtigkeit und Frieden, der evangeliumsgemäße Sinn für die Armen und die Armut gefordert.“ Die Vibrationen in Rom sind bis nach Pömbsen zu spüren!

Edgar Zoor, Krankenhauspfarrer