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Pastorale Vereinbarung

Pfarrer Hubertus Rath

Liebe Schwestern und Brüder,

in dem Buch von Edeltraud Parensen, SAWUBONA– Begegnungen in Südafrika, fand ich die nette Erzählung „Nicht mehr als ein Name“:

Eine Ordensschwester findet in den Kirchenbänken eine Kerze: „Ich wollte die Kerze forträumen. Irgend jemand hatte sie liegen lassen, fährt Schwester Francis fort. Aber als ich sie in der Hand hatte und genauer anschaute, bemerkte ich, dass sie keinen Docht hatte. Eine Kerze ohne Docht. Was ist eine Kerze ohne Docht? … Ist das nun eine Kerze, wenn der Docht fehlt? fragte mich Schwester Francis nachdenklich. Nach einer kurzen Pause antwortete sie selbst: It´s just a name. Nicht mehr als ein Name. Und wenn wir Christen ohne Glauben sind, dann ist es mit uns genauso. Dann haben wir nur den Namen und wir sind wie eine Kerze ohne Docht. Es fehlt das Feuer, das brennt.“

Mich spricht diese Erzählung an, weil wir Hauptamtlichen und die Pfarrgemeinderäte des Pastoralverbundes zur Zeit dabei sind, eine „Pastorale Vereinbarung“ zu erarbeiten. Auf Wunsch des Erzbischofs sollen alle am Pastoralverbund beteiligten Gemeinden sich auf die Grundlinien der Zusammenarbeit verständigen, damit ein wirkliches Miteinander und kein unverbindliches Nebenaneinder der Gemeinden, der Hauptamtlichen, der Ehrenamtlichen und der Institutionen wie Schule, Kindergarten, Krankenhaus entsteht.

Für mich ist eine wichtige Frage die Unterscheidung: Was ist der Docht und was ist der Kerzenkörper. Natürlich geht es bei der Erstellung der „Pastoralen Vereinbarungen“ auch um die Frage der Verteilung der Gottesdienste, der Verteilung der finanziellen Mittel, die Zuordnung der Verantwortlichkeiten, aber nicht in erster Linie. In erster Linie geht es für mich um die Frage: Wie halten wir die Botschaft Jesu in unseren vielen Gemeinden und Einrichtungen lebendig und präsent.

Wir haben auch in unserem Bereich schon viele einschneidende Veränderungen erlebt. Es gab hier Fürstbischöfe, die Stadtrechte verliehen haben, Fürstäbtissinen, die das Alltagsleben bis ins kleinste geregelt haben und Zeiten, in denen jedes Gebet und jeder Gottesdienst in Latein „gelesen“ wurden. Das alles ist vergangen und Geschichte, was aber überdauert hat, ist: „Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben, und deinen Nächsten wie dich selbst.“

Strukturen sind sicherlich wichtig. Nur ein Docht macht auch noch keine Kerze. Aber sie sind veränderbar. Und wenn wir durch äußere Gegebenheiten gezwungen sind, eingefahrene und gewohnte Bahnen zu verlassen, dann ist das nicht das Ende von allem, sondern dient nur dazu, den Docht brennend zu erhalten.

 

Herzliche Grüße,

Ihr Pfarrer Hubertus Rath

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