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Patrone Europas

Pater Thomas Bucher cb

Am 14. Februar begeht die Kirche das Fest der heiligen Slawenapostel Cyrill und Methodius, die Papst Johannes Paul II. mit seinem Apostolischen Schreiben „Egregiae virtutis viri“ vom 31. Dezember 1980 zu Patronen Europas erklärt hat.

 

Der heilige Benedikt von Nursia war schon 1964 von Papst Paul VI. zum Patron Europas erklärt worden, als er das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Kloster Monte Cassino besuchte und die wiederhergestellte Kirche weihte.

1999 verdoppelte und vervollständigte dann Papst Johannes Paul II. die Zahl der Patrone Europas indem er drei heilige Frauen zu weiteren Patronen Europas erklärte: Katharina von Siena, Birgitta von Schweden und Edith Stein.

Sie alle sollen als besondere Patrone die Entwicklung Europas begleiten und prägen.

 

Benedikt von Nursia hat in unruhigen Zeiten, zur Zeit der Völkerwanderung und des Untergangs des römischen Reiches, durch seine Spiritualität und seine Klostergründungen die Kultur Europas geprägt. Bis heute bekannt ist das „Ora et labora“ – „Bete und arbeite“ seiner Klosterregel.

 

Cyrill und Methodius wirkten im 9. Jahrhundert als „Apostel der Slawen“.

Sie leisteten einen wichtigen Beitrag zur Christianisierung Europas, von dessen kultureller Einheit wir bis heute profitieren. Nach Johannes Paul II. haben sie „entscheidend dazu beigetragen, dass das christliche Europa mit zwei Lungen, der des Westens und der des Ostens, atmen kann. Denn so wie die europäische Zivilisation ohne das benediktinische Werk und Erbe undenkbar ist, so wenig kann man von

der Evangelisierung und sozialen Tätigkeit der beiden heiligen Brüder von Saloniki absehen.“ (beim Angelusgebet am 15.02.2004)

 

Um Christus zu verkünden, verwandten sie in den liturgischen Texten die slawische Sprache. Dazu entwickelten sie eine eigene Schrift, die heute noch genutzt wird, z.B. in Russland, Ukraine, Bulgarien und Serbien. Neben den lateinischen und griechischen Buchstaben, bilden sie heute die dritte Schrift im vereinten Europa. Da es damals wegen der Sprache zu Konflikten mit fränkischen Bischöfen kam, holten sich Cyrill und Methodius eigens die Erlaubnis des Papstes Hadrian II. für ihre Missionsmethode.

 

Cyrill starb als Priester und Mönch 869 in Rom. Sein Bruder Methodius wurde zum Bischof geweiht und kehrte nach Mähren zurück, wo er bis zu seinem Tod 885 wirkte.

 

Die mittlerweile sechs heiligen Patrone sollen die kulturellen Grundlagen Europas, seine nationale und geistliche Vielfalt, seine Zerrissenheit und deren Überwindung durch den Glauben repräsentieren und bei Gott Fürbitte einlegen. Zudem sollen sie inspirierende Vorbilder darstellen. Wie Papst Johannes Paul II. sagte: „Beten wir darum, dass die universale Botschaft Christi, die der Kirche anvertraut ist, auch in unseren Tagen Licht der Wahrheit und Quelle der Gerechtigkeit und des Friedens für die Völker Europas und der ganzen Welt wird. Darum erbitten wir die Fürsprache der Jungfrau Maria und der Heiligen, die als Patrone Europas angerufen werden.”

 

P. Thomas Bucher

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