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Persönliches Gebet!

Pastor Janusz Kudyba

In den Herbstferien habe ich eine Pilgergruppe aus Siegen ins Heilige Land begleitet. Dort besuchten wir u.a. auch die Pater – Noster – Kirche, die die Kreuzfahrer in Jerusalem an dem Ort errichten ließen, an dem Jesus das Vaterunser gelehrt hatte. In der Grotte stellte ich den Gläubigen folgende Fragen:  „Warum beten wir?“ „Zu wem beten wir?“ „Wie beten wir?“ Diese wurden auf unterschiedlichste Art und Weise von den Anwesenden beantwortet.

Das Gebet ist erkennbar zu allen Zeiten, in allen Religionen, in verschiedenen Formen und Kulturen.

Durch Jesus Christus hat es einen neuen Sinn und neue Weite erhalten. Die „Begegnung mit Gott“ im Gebet ist aber für den Menschen nicht selbstverständlich.

Die Behauptung, der Mensch von heute bete nicht mehr, ist zu einfach. Auch in unserer scheinbar so bewegten und materialistischen Zeit sehnen sich viele, Junge wie Alte, nach Stille, Meditation, Dialog mit Gott  und Glaubensgespräch mit den Mitmenschen.

Es muss auch betont werden, dass das Gebet je nach der Lebenserfahrung und der religiösen Erziehung des einzelnen unterschiedlich ist.

Die Glaubenserfahrung im Gebet ist einem steten Wandel unterworfen. So vieles, was heute wie Ablehnung des Glaubens und des Gebetes aussieht, ist nur die Ablehnung einer bestimmten überlieferten Form, die dem Empfinden des modernen Menschen nicht mehr entspricht, wie z.B. gewisse Gebets- und Andachtsformen.

Zu allen Zeiten haben die Menschen Gottes Nähe immer wieder erfahren. „Gott hat uns zuerst geliebt.“ Gott, so wie IHN die Heilige Schrift erahnen lässt, ist ein Gott der Menschen und doch ist ER immer wieder anders, als wir Menschen uns IHN vorstellen. Wir können IHN nicht mit Worten und Gedanken beschreiben.

Zu diesem Gott haben schon die Menschen des Alten Testamentes gebetet. Sie durften erfahren, mit einem Gott, der so in der Geschichte der Menschheit verankert ist, lässt sich reden.

Jesus Christus hat selber im Gespräch mit Gott gelebt, so dass seine Anhänger staunten und flehten: „Herr, lehre uns beten.“ Seine Antwort lautete: „Wenn ihr betet, so sprecht: „Vater unser ...“ Seitdem darf der Mensch es wagen, diesen Gott mit „Du, Vater“ anzusprechen.

Das Gottesbild des Christen wird durch sein Beten geprägt und beeinflusst sein Leben. In der Bibel ist das Gebet ein selbstverständlicher Umgang mit Gott, ein vertrautes Reden mit IHM in allen Situationen. Unser Gebet kann man vom Leben nicht trennen: Arbeit und Krankheit, Freude und Unglück, Ratlosigkeit und Hoffnung, einfach alles im Menschen kann Anstoß zur Zwiesprache mit Gott werden. Aber das Gebet gehört auch zum Menschen als Ausdruck seiner Suche nach etwas, das die Alltagserfahrung übersteigt. Alltag und Gebet durchdringen sich gegenseitig wie Leib und Seele, und doch sind beide nicht einfach dasselbe.

 

Verbunden im Gebet,

Ihr Pastor Janusz Kudyba

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