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„Prüft alles und behaltet das Gute“

Diakon Guido Schütte

Am 25. Oktober 2014 hat unser Erzbischof Hans-Josef Becker das „Zukunftsbild für die Pastoral im Erzbistum Paderborn“ in Kraft gesetzt. Damit endet der pastorale Prozess „Perspektive 2014“, der in den vergangenen zehn Jahren den Ist-Zustand der Pastoral aufzunehmen versuchte. Auf insgesamt 350 Seiten werden die vorgefundenen Ergebnisse analysiert und im Dokument „Schritte zur Umsetzung“ das weitere Vorgehen dargestellt:

Demnach startet am 1. Januar 2015 das Projekt „Bistumsentwicklung“, das die Verwirklichung des Zukunftsbildes steuern und vorantreiben soll. Nach einer Aneignungsphase beginnt die strukturelle Anpassung der kirchlichen Verwaltung (Erzbischöfliches Generalvikariat, Gemeindeverbände) zum Dienstleister. Neue Ansätze zur (Re-) Evangelisierung werden auf den Weg gebracht. Pastoral und Caritas in den Pastoralen Räumen werden aufeinander abgestimmt. Die zukünftige Nutzung kirchlicher Immobilien wird einheitlich neu bewertet. Modellprojekte erproben das Leben in den Pastoralen Räumen mit unterschiedlichen Schwerpunkten (zum Beispiel „Entwicklung der ehrenamtlichen Mitverantwortung“, „Vernetztes Handeln“, „Projekte lokaler Kirchenentwicklung anhand der Pastoralen Vereinbarung“). Die Verwaltung in den Pastoralen Räumen wird entlastet. Der Finanzzuweisungsprozess wird entschlackt, um der Kirche vor Ort mehr Entscheidungsfreiheit zu ermöglichen. Für pastorale Aufgaben und liturgische Angebote werden bistumsweite Standards festgelegt. Alles wird (qualitäts-) überprüfbar auf den Weg gebracht und mit moderner Informationstechnik den Beteiligten zugänglich gemacht.

Wenn auch die Vorstellung des Paderborner Zukunftsbildes in Presse und Öffentlichkeit erstaunlich positiv besprochen wurde: So viel angekündigte Veränderung macht nervös. Wird es überhaupt möglich und nötig sein, die Strukturen und Verhältnisse, und seien sie auch verkrustet, so durchgreifend aufzulockern? Was bleibt uns noch vom Liebgewonnenen und Vertrauten? Wollen wir das alles eigentlich?

Zu diesen Fragen macht schon der Apostel Paulus markante Aussagen: „Prüft alles und behaltet das Gute“, schreibt er im ersten Brief an die Thessalonicher (1 Thess 5,21). Damit meint er keineswegs einen einmaligen Vorgang! Vielmehr sind alle Glieder der Kirche zum fortdauernden Beobachten und Entscheiden aufgefordert, damit christliches Leben und Denken mit den Menschen und ihrer Zeit nachhaltig verbunden bleiben. Die Kirche – auch bei uns vor Ort! – wird in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, wenn sie nur rückwärts schaut und sich nicht weiterentwickelt. Aber die Richtung muss stimmen: „Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern wandelt euch und erneuert euer Denken, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: was ihm gefällt, was gut und vollkommen ist.“ (Röm 12,2) Wenn die Kirche vom Grundrauschen des irdischen Geschehens nicht mehr unterscheidbar ist, dann hat sie der Welt auch nichts mehr zu sagen. Dabei ist ihr Auftrag eindeutig: Sie muss Liebe – Erlösung – Heil verkünden und vermitteln! Wenn wir davon im Alltag so wenig spüren, dann könnte sich die Kirche der Welt zu sehr angenähert haben.

Mit dem Zukunftsbild als Chance, Verlorenes wiederzufinden, Mattes aufzufrischen und Neues zu entdecken, wird es Zeit, aufzubrechen. Durch die Vorarbeiten in den vergangenen Jahren sind wir in unserem Pastoralverbund bestens gerüstet. Bitten wir um Gottes Hilfe, dass wir in einer hoffnungsvollen Zukunft des Erzbistums und unseres Pastoralverbundes den Willen Gottes erkennen, das Gegebene wohlwollend prüfen und das Gute behalten!

 

Eine gesegnete Woche wünscht Ihnen

Diakon Guido Schütte

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