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Reifetag - Reifeschritt

Diakon Gottfried Rempe

Viele von uns wurden sicher schon einmal mit der Todesnachricht eines lieben Menschen konfrontiert. Oft hört man dann die Worte: „Wir müssen jetzt ohne sie/ihn zurechtkommen.“ Wir kennen das Gefühl, Abschied nehmen zu müssen von einem Menschen, der uns viel bedeutet hat. Ein Stück traurige Leere tritt ein. Wie soll es weitergehen?

Ist das nicht auch die Stimmung, die die Jünger bei der „Himmelfahrt“ Jesu erleben? Die Vorstellung, Jesus habe sich vor den Augen der Jünger räumlich von der Welt entfernt, ruft notwendig Abschiedsstimmung hervor. Gerade sie aber ist im Zusammenhang mit der Himmelfahrt völlig verfehlt. Die Erhöhung Jesu besagt, dass er der Welt in neuer Weise nahe gekommen ist. Himmelfahrt bedeutet gerade nicht Abschied von der Welt, vielmehr besagt sie, dass Jesus zum Herrn der Welt inthronisiert ist. Seine Erhöhung, sein Zurückkehren zum Vater hat ihn der Welt nicht entfernt und entfremdet, sondern ihn ihr in neuer Weise nahe gebracht. Darum sind die Jünger und die Kirche -und damit auch wir!- gemahnt, nach vorn zu schauen, in die Zukunft dieser Welt, das Schicksal der Erde nicht aus den Augen zu verlieren.

„Darum geht zu den Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern.“ Himmelfahrt Christi und Mission sind aufs engste miteinander verbunden. Die Kirche, das heißt auch wir, sollen die Sendung Gottes in die Welt, die mit Jesus begonnen hat, fortsetzen. Wir sollen nicht zum Himmel starren und im Abschiedsschmerz verharren, wie anfangs die Jünger. Die biblische Himmelfahrtstradition enthält bereits Kritik an einem Christentum, das sich ganz auf das Jenseits verlegt und die eigentliche Aufgabe in der Welt vergisst: „Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor?“ In den räumlichen und an die Erdenhaftigkeit gebundenen Vorstellungen hinterlässt Jesus eine Lücke. Und dennoch, das ist das Faszinierende, nimmt seine Bedeutung  für die Jünger zu. Ein neues Verstehen aus dem HL. Geist beginnt zu wachsen - der Glaube, ohne zu sehen, ist nun gefragt.

Somit ist „Christi  Himmelfahrt“ ein Reifetag, ein Reifeschritt zu mehr Selbstständigkeit. Ohne diesen Abschied hätten sich die Jünger nie auf den Weg gemacht. „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ Wir gehen unseren Weg des Glaubens und der Glaubensverkündigung nicht allein. Wir müssen uns nur trauen, diesen Weg konsequent zu gehen. Damit uns der Mut nicht verlässt, schickt ER uns, wie damals den Jüngern, den Hl. Geist an Pfingsten, damit wir seine Zeugen in dieser Welt sein können. „Himmelfahrt“ und „Pfingsten“ lassen uns reif werden für die Aufgaben, die uns, wie einst den Jüngern, übertragen wurden: das Reich Gottes auf dieser Erde mitzugestalten.

You`ill never walk alone - Du gehst nie allein“ steht über dem Eingang des Fußballstadions des  FC Liverpool, und die  Fans singen dieses Lied vor jedem Spiel ihrer Mannschaft. Auch wir gehen nicht allein - Gottes Geist, den der erhöhte Christus seinen Jüngern verheißen und gesandt hat, ist auch bei uns. „Habt keine Angst!“ Mögen die Feste „Christi Himmelfahrt“ und „Pfingsten“ uns frischen Schwung und Mut für die Aufgaben in unserem Pastoralverbund Bad Driburg und der Welt geben! Lassen wir uns immer wieder neu „begeistern“!


Eine gesegnete Zeit wünscht Ihnen
Gottfried Rempe, Diakon

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