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Schwarz oder Weiß ?

Diakon Manfred Lohmann

Menschen verlangen immer nach dem Ja oder Nein. Wir schauen so gerne nach schwarz oder weiß. Nicht umsonst aber ist Bild für Jesus Christus nicht der Scheinwerfer mit seinen scharfen Schatten und klaren Grenzen des Lichtes. Bild für Christus ist eher die Kerzenflamme. Im Kerzenlicht gibt es aber nicht schwarz oder weiß. Es gibt sogar kaum wirklich strahlende Helle - die ist allein der Flamme selbst vorbehalten. Drum herum gibt es ganz unterschiedliche und auch immer wieder wechselnde Licht und Dunkelzonen mit ganz fließenden Übergängen.

Wir hätten häufig gerne den Scheinwerfer. Dann kann man bei Pfarrgemeinderatswahlen gut Wählerverzeichnisse erstellen. Dann kann man sagen: Gehört dazu - oder - gehört nicht dazu. Wenn wir anfangen von Jesus Christus her zu urteilen, wenn wir uns auf die Kerzenflamme einlassen, dann wird die Antwort sehr viel schwieriger. Vielleicht wird das ja sogar eine der ganz großen Herausforderungen für unser Christsein der Zukunft werden. Vielleicht wird man zukünftig gar nicht mehr klar sagen können, wer gehört denn jetzt eigentlich zu uns? Wer tut denn wirklich mit? Und wie viele sind wir denn überhaupt. Welche Rolle Glaube und Religion für Menschen hat, kann schließlich kein anderer für sie beurteilen.

Wir werden immer gewisses Licht sehen, wenn wir unsere Gemeinden betrachten, es wird immer Menschen geben, die uns sofort einfallen, aber es gibt eben auch sehr viel Zwielicht, Menschen, die mal mehr dazugehören, mal weniger. Menschen, die sich mal stärker engagieren, mal weniger. Vielleicht wird das eine der großen Herausforderungen der Zukunft werden, dass Jesus Christus selbst der einzige ist, der wirklich beurteilen kann, wer,in Bad Driburg, dazugehört und wer nicht, kein Erzbischöfliches Generalvikariat, kein kirchliches Meldewesen.

Was werden wir von unseren Gemeinden in diese Zeit hinüberretten? Hilft uns die Pastorale Vereinbarung, die unserer Erzbischof unterschrieben hat, und die uns am 6. September überreicht wurde? Was wird sich durchhalten? Um was lohnt es sich zu kämpfen? Es gilt genau hinzuschauen. Wir müssen uns die Frage stellen, was für uns wirklich existentiell ist.

Ohne was können wir nicht leben? Was ist für uns als Christen wirklich existentiell? Und was müssen wir tun, damit das möglich sein wird? Was braucht es dazu und wo braucht es das?

Und was ist eigentlich nur noch Folklore? Was ist nett, aber völlig unwichtig? Um was ist es mir eigentlich nur leid, weil halt Kindheitserinnerungen dran hängen, wie an einem alten Bild an der Wand? Wo sind all die Dinge, bei denen die Welt nicht untergeht, wenn man sie mal irgendwo anders hinhängt, oder sich ganz einfach von ihnen trennt.

Und um was ist es mir eigentlich gar nicht leid? Wo sind all die Dinge, die wir nur noch tun, weil sie halt immer schon gemacht wurden, die aber eigentlich doch nur noch Last oder in Zukunft sogar hinderlich sind. Schauen wir uns unsere Gemeinden daraufhin einfach ganz ehrlich an. Und konfrontieren wir all das, was sich da auftut, all das was wir da finden, alles, ohne das wir nicht leben können, alles, was nur noch Folklore ist, und alles, was wir eigentlich, wenn wir ehrlich sind, lieber heute als morgen loswerden würden, konfrontieren wir es mit unserer Liebe zu Jesus Christus.

Wie geht das, was sich da zeigt, mit dieser Liebe zusammen. Habe ich sie überhaupt? Ist sie mir wichtig? Wie bekomme ich sie, stärke ich sie, pflege ich sie? Was muss ich noch einmal zurechtrücken und welche Prioritäten zeichnen sich dann ab?

Was braucht es, um eine solche Liebe zu Christus gemeinsam zu feiern? Wie können wir für sie werben?

Und wo, oder vor allem wie, können wir eine solche Liebe für Jesus Christus, hier im Pastoralverbund Bad Driburg, am ehesten gemeinsam leben?

Manfred Lohmann ,CIC

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