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„Sie können was tun“

Diakon Gottfried Rempe

Vor 4 Wochen besuchte eine Gruppe von Gemeindemitgliedern aus unserem Pastoralverbund Bad Driburg auf Einladung der Caritaskonferenzen den „Ghetto-Pfarrer“ Franz Meurer in Köln, im Stadtteil Höhenberg-Vingst. Ein sozialer Brennpunkt mit vielen Problemen! Was tun, nur resigniert die Schultern hochziehen, die aktuelle Situation als gegeben hinnehmen? Franz Meurer hat in den vergangenen Jahren eine Schar von Helferinnen und Helfern aus allen gesellschaftlichen Schichten um sich gesammelt und das Stadtviertel zu einer Wohngegend gemacht, in der sich die dort lebenden Menschen aus vielen unterschiedlichen Nationalitäten, Religionen und Konfessionen inzwischen wohlfühlen und in das Leben eingebunden sind.

Franz Meurer möchte nicht, dass die Menschen aus lauter „Gnade und Barmherzigkeit“, aus moralischen Gründen, anderen etwas Gutes tun, sondern er sagt: „Wer sich engagieren will, sollte zuerst daran denken, was er selbst davon hat.“

Welche Möglichkeiten bieten sich in unseren Gemeinden, engagiert mitzuarbeiten, die eigenen Fähigkeiten, Charismen, einzubringen? Die Heilige Elisabeth, der Heilige Martin, demnächst auch noch der Heilige Nikolaus, haben uns einige Wege aufgezeigt. Sie, liebe Mitchristen, haben ja auch an diesem Wochenende wahrscheinlich einen kleinen Beitrag geleistet, indem Sie für die „Speisekammer“ gespendet haben. Lassen Sie mich aber einige Beispiele nennen, die Pfarrer Meurer in seinem Buch „Wenn nicht hier, wo sonst“! (Gütersloher Verlagshaus) auflistet. Vielleicht kommen auch in unseren Gemeinden Männer und Frauen, Mädchen und Jungen auf die Idee, ähnliche Aktionen zu starten. Der Autor schreibt:

  • Mein Leben ist gut verlaufen, ich hatte Glück. Will ich mich nun aus froher Dankbarkeit für andere einsetzen, die Pech haben?
  • Ich bin Rentner/Pensionär und habe Zeit. Wenn ich den ganzen Tag zu Hause bleibe gehe ich meiner Frau auf die Nerven. Also sollte ich mich vor- oder nachmittags woanders aufhalten, irgendwo helfen. Das tut meiner Frau und mir gut. Das gilt natürlich auch umgekehrt.
  • Ich finde, dass Musik das Leben reich macht. Ich spiele selber ein Instrument. Ich weiß, dass viele Schulen zu wenig Musikunterricht haben. Hier könnte ich doch einspringen (z.B. nachmittags in der „Betreuung“). Das gilt auch für den Sportbereich!
  • Ich bin Bastler und Rentner.Warum biete ich nicht verschiedene praktische Kurse an im Gemeindezentrum (kleine Reparaturen am Fahrrad etc.)

Ergänzen wir doch einige mögliche Angebote aus unseren Gemeinden:

  • Wie wäre es, wenn Frauen aus der kfd für Flüchtlinge und im Haushalt wenig erfahrene Personen Kochkurse anböten oder ihnen einfache Fertigkeiten im Nähen vermittelten?
  • Könnten Männer aus den Gemeinden, ich denke vor allem auch an die Kolpingmitglieder, Wanderungen für Familien organisieren, die sich nicht trauen, allein etwas zu unternehmen? Wäre es möglich, Patenschaften in unseren Altenheimen zu übernehmen, Menschen zu besuchen, die keine Angehörigen mehr haben?
  • Ein Vorlesenachmittag für Kinder aus Familien, denen Bücher „fremd“ sind - könnte das ein Angebot der Jugendlichen, der Firmbewerber/ Firmbewerberinnen sein?

Es gibt viele weitere Möglichkeiten, sich einzusetzen, sich zu engagieren. Konkretes Engagement ist gefragt! „Jedes Engagement eröffnet ein weites Lernfeld. Es ist spannend, in ein anderes Lebensmilieu einzutauchen“, so formuliert es Franz Meurer am Ende seines Buches.

Dank gilt allen, die sich schon jetzt ehrenamtlich und selbstlos engagieren. Vielleicht steckt deren Beispiel an, sinnvolle Aufgaben zu übernehmen, für sich und die anderen!

Eine sinnerfüllte und glückliche Zeit wünscht Ihnen
Ihr Diakon Gottfried Rempe

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