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„Siehe, ich bin bei euch alle Tage“

Diakon Gottfried Rempe

Vielen sind noch die Bilder vom Requiem für den verstorbenen Papst Johannes Paul II. präsent. Der damalige Kardinal Josef Ratzinger, heute Papst Benedikt XVI., sagte in seiner Predigt: „Unser Heiliger Vater steht jetzt am Fenster des Hauses des Vaters. Er schaut uns zu und segnet uns.“

Mit diesen Worten kam eine tiefe österliche Hoffnung zum Ausdruck: Der verstorbene Papst ist durch das Tor zum Leben gegangen, er ist am Ziel! Gerade in den vergangenen Wochen konnten wir beobachten, wie tausende von Pilgern anlässlich der Seligsprechung zu seinem Grab kamen. Auch über den Tod hinaus ist er noch da.

Geht es uns und vielen Menschen nicht ähnlich mit Angehörigen und Freunden, die verstorben sind? Das Leben geht weiter, der/die Verstorbene ist auf andere Weise gegenwärtig. Die Verbindung geht über den Tod hinaus und gibt den Zurückgebliebenen Halt und Zuversicht.

Christi Himmelfahrt, das Fest, das wir in den nächsten Tagen feiern, ist der Grund, warum wir diese Hoffnung und Zuversicht haben dürfen. Auf dem Weg zu Pfingsten ist dieses Fest ein wichtiger Höhepunkt. Jesus ist heimgekehrt zu seinem Vater. Er, der Auferstandene, lebt jetzt dort, wo auch wir einmal leben werden.

Ich weiß, dass es oft schwer fällt, daran zu glauben. Denken wir an die österlichen Texte. Da haben Menschen sich schwer getan, Jesus, den Auferstandenen, zu erkennen. Als Auferstandener hatte er ein anderes Sein. Einige Jünger zweifeln, erst beim Brotbrechen erkennen sie ihn.  Maria Magdalena musste mit Namen angeredet werden. Thomas zeigt er seine Wunden. Zu allen Zeiten hatten Menschen es schwer, Jesus zu erkennen.
Geht es uns heute nicht ebenso? Häufig stellen wir in der Rückschau erst fest: Da hat Gott seine Hand im Spiel gehabt. Das können verschiedene Situationen sein: trotz aller Aussichtslosigkeit stellt sich der unerwartete Erfolg ein; ein junger Mensch hat doch noch einen Schulabschluss erreicht und den gewünschten Arbeitsplatz bekommen; ein Schicksalsschlag erweist sich im Nachhinein als segensreich. Es gibt sicher viele weitere persönliche Beispiele. Das alles kann ein Hinweis sein, dass es richtig ist, was Jesus sagt, dass er bei uns ist! Er hat sich nicht „aus dem Staub“ gemacht. Die Zusage Jesu kann uns für unser Leben Mut und Zuversicht geben, vor allem auch für die Umbruchsituation der Kirche unserer Tage!

Von dieser Hoffnung und Zuversicht müssen wir reden! Wir sind ausgesandt wie die Jünger, um Zeugnis zu geben von unserem Glauben und unserer Hoffnung. Schauen wir, jeder von uns, nicht verängstigt „zum Himmel“, wie die Jünger am Ölberg, sondern steigen wir „vom Berg“ herab, machen wir uns immer wieder neu auf den Weg in die „Niederungen“ unserer Gemeinden, um den auferstandenen und zu seinem Vater heimgekehrten Jesus, den Christus, zu verkünden, mutig und freudig! Wir dürfen IHN beim Wort nehmen wenn ER uns sagt: „Seid gewiss: Ich bin  bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“.
Eine Lebensgestaltung aus dieser Zuversicht und  Gewissheit ist auch für uns eine Vorahnung auf das, was wir „Himmel“ und „Himmelfahrt“ nennen.

Ich wünsche Ihnen diese Zuversicht und Hoffnung!

 

Gottfried Rempe, Diakon

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