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Taufe des Herrn

Pater Norbert Wientzek

Mit dem Sonntag „Taufe des Herrn“ geht die Weihnachtszeit zu Ende.

In diesem Jahr wird am Tag vorher das Fest der Erscheinung des Herrn gefeiert. In einigen Ländern ist „die Epiphanie“ ein Feiertag, in anderen ein Werktag.
Kirchlich ist es immer ein Hochfest, das auf den Sonntag zwischen dem 2. und dem 8. Januar verlegt werden kann. Das erste Zeugnis für die Feier der Erscheinung des Herrn stammt aus Gallien, aber die Spuren verweisen nach Ägypten als Ursprung des Festes.

Beim Fest der Epiphanie denken wir meistens an die Weisen, die nach Bethlehem kamen, aber richtig gesehen bildet die Geburt Jesu in Bethlehem zusammen mit dem Besuch der Weisen, der Jordantaufe und dem Weinwunder zu Kana den komplexen Festinhalt der Epiphanie. „Epiphanie“ feiert das „Erscheinen“ der göttlichen Rettermacht in Jesus Christus. Durch die zunehmende Bedeutung des Weihnachtsfestes am 25. Dezember ist dieser komplexe Inhalt aber aufgebrochen.

Wir sprechen oft von drei Königen. Wie kam es dazu, wenn im Evangelium nach Matthäus nur von Weisen und Magiern zu lesen ist?

Der Kirchenvater Origenes hat aufgrund der Zahl der Gaben auch die Zahl der Geber konstatiert. Ein anderer Kirchenvater, Tertullian, hat in Anlehnung an Psalm 72,10 die Weisen als Könige bezeichnet. Seit dem 8./9. Jahrhundert finden wir sogar ihre Namen: Bithisarea, Melichior und Gathaspa, die uns in etwas veränderter Form heute bekannt sind.

Mit dem Fest der Epiphanie sind einige Bräuche verbunden: die Verkündigung des nächsten Ostertermins und vor allem die Haussegnung, die in diesem Jahr lautet: 20+C+M+B+18 („Christus mansionem benedicat“ – „Christus segne dieses Haus“).

Wie schon erwähnt, war das Fest „Taufe des Herrn“ ursprünglich mit Epiphanie verbunden und wurde später aus diesem Fest ausgegliedert. Wahrscheinlich hat das Zusammentreffen einer starken gallischen Tradition, welche die drei Festinhalte der Taufe Jesu, der Anbetung der drei Weisen, des Weinwunders zu Kana sowie der Brotvermehrung zusammen feierte, mit der römischen Tradition, die nur die Anbetung der Weisen feierte, zur Trennung der Festinhalte geführt.

Der christliche Osten verbindet mit der Taufe Jesu zwei wichtige theologische Motive: Die Offenbarung der Dreifaltigkeit Gottes und der Göttlichkeit Jesu und der Heiligung der vom Gottessohn angenommenen Menschennatur durch den Heiligen Geist. Im byzantinischen Ritus wird dieser Tag besonders durch die große Wasserweihe zum Gedächtnis der Jordantaufe herausgehoben. Wenn diese Feier nicht in der Kirche stattfindet, wird sie im Freien vollzogen.

Bei der Weihe wird ein befestigtes Kreuz in einen See oder Fluss eingesenkt, und die Gläubigen schöpfen das so geweihte Wasser. Zu diesem Zweck werden große Löcher in zugefrorene Gewässern gehackt, wo dann einige Mutige sogar baden.

Für uns, die getauft sind, ist das Fest „Taufe des Herrn“ eine gute Gelegenheit, für die Taufgnade zu danken und den Herrn zu bitten, in neuen Jahr aus dieser Gnade leben und im Alltag seine Zeugen sein zu dürfen.

Ein gesegnetes neues Jahr wünscht Ihnen
P. Norbert Wientzek SVD

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