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Pfarrnachrichten:

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Umstrukturierung oder Mission?

P. Johannes Maria Poblotzki cb

Aktuell wird immer wieder von Umstrukturierung innerhalb der Kirche und der Gemeinden gesprochen. Dass die Kirche sich in einem stetigen Wandel befindet, ist vielleicht nicht immer ein angenehmer Umstand, aber irgendwie gehören Veränderungen doch ganz wesentlich zum Leben dazu. Wenn alles feststehen würde, wäre kein Wachstum möglich und wenn sich die Kirche nicht im Laufe der Zeit immer wieder an die gegenwärtigen Umstände angepasst hätte, würde sie heute nicht mehr existieren. Jede Generation prägt die Kirche in ihrer Gestalt und die Kirche wiederum wirkt in unser Leben hinein.

In diesem ständigen Veränderungsprozess ist es wichtig, nicht den Kopf zu verlieren, sondern sich immer wieder vor Augen zu halten, was der eigentliche Zweck von Kirche ist und wenn sie sich verändert, dann mit dem vorrangigen Ziel, ihre Berufung besser zu verwirklichen. Alles andere wäre mit Sicherheit der Gefahr des Scheiterns ausgesetzt. Warum und unter welchen Aspekten soll also neu organisiert werden?

Die Kirche trägt in sich eine missionarische Grundberufung. Sie ist zu den Menschen gesandt, um die Liebe Gottes zu bezeugen und erfahrbar zu machen. Wenn die Kirche diese Seite ihrer selbst vergisst, hört sie auf Kirche zu sein. Sie hätte vielleicht noch viele andere wertvolle Seiten, sie wäre aber nicht mehr die Kirche Jesu, wozu er sie berufen hat. Recht verstanden wäre sie sinnlos, denn sie wäre ihres eigentlichen von Gott gegebenen Sinnes beraubt. Die missionarische Grundberufung betrifft nicht nur die Kirche im Allgemeinen, sondern jedes Glied der Kirche, jede Gemeinschaft und jeden Christen. Alle sind wir ja Teil der einen Kirche in Christus, dem ersten Missionar des neuen Bundes, der von Gott dem Vater zur Welt gesandt wurde. Insofern ist die Überschrift etwas provokant gewählt. Es geht nicht um ein „oder“, sondern es geht um ein „zur“. Die eigentliche Organisation und Erneuerung der Kirche kann immer nur im Hinblick darauf erfolgen, dass sie ihre Mission, das heißt, ihre Berufung, das Evangelium in alle Welt zu tragen, besser erfüllt.

Der Gedanke, wie wir unsere Berufung oder unser Charisma besser erfüllen können, beschäftigt uns in unserem Haus seit einiger Zeit sehr intensiv. Neben der Arbeit im Pastoralverbund wissen wir uns als Brüder und Schwestern der Gemeinschaft der Seligpreisungen auch gerufen, uns über die Grenzen der Lokalkirche hinaus für die Neuevangelisation einzusetzen. Wir besuchen überregionale Jugendgruppen und Treffen von Gebetskreisen, halten Exerzitien und Seminare im Haus oder auswärts. Und der Empfang einzelner oder von Gruppen in unserer Gemeinschaft ist uns wichtig, um persönlich Zeugnis von der Liebe Gottes geben zu können und sie konkret im Alltag mit uns erfahrbar zu machen.

Es liegt auf der Hand, dass dafür die Möglichkeiten in unserem Haus in Bad Driburg sehr begrenzt sind. Wenn wir die Entscheidung getroffen haben, von hier an einen anderen Ort zu ziehen, dann nicht, weil es woanders schöner oder einfacher wäre. Auch nicht, weil es uns in Bad Driburg nicht gut genug gefällt oder wir nicht wüssten, was wir hier leben sollen... keineswegs! Der Grund liegt einzig und allein darin, dass wir zur Überzeugung gekommen sind, dass, wenn wir dem Ruf folgen, der an uns ergangen ist und mit den Möglichkeiten, die uns unser neues Zuhause bieten wird, wir unser Charisma für das Reich Gottes und die Kirche noch besser einsetzen können. Und das sollte doch die Suche und das Streben von uns allen sein oder? So wollen wir gemeinsam beten, dass jeder von uns seinem Ruf immer besser folgen kann: In der Familie, am Arbeitsplatz, im Urlaub, in der Pfarrgemeinde und überall, wo Gott einen jeden von uns hinführt. Möge Alles zur größeren Ehre Gottes dienen.

P. Johannes Maria
Leiter der Gemeinschaft d. Seligpreisungen

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