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Unser Ostern wird anders sein!

Diakon Manfred Lohmann

Liebe Leser,

Auferstehung - das ist ein Wort, das bei uns eine vielfältige Bedeutung hat. Jemand, der vollkommen am Boden gewesen ist - und nun wieder neuen Mut erfährt; jemand, der schwer krank, vielleicht sogar todkrank war - und dann doch wieder neue Kraft gewinnt und gesund wird; jemand, der durch einen Unfall nur haarscharf am Tode vorbei gekommen ist - der sein Leben als noch einmal geschenkt begreift - all diese Menschen können von einer «Auferstehung» reden.

Aber ein solches Bild für die Auferstehung - ist noch nicht die Auferstehung selbst. Die Auferstehung Jesu - und damit auch unser eigenes Schicksal - ist anders: Wir erstehen nicht mehr zu diesem Leben. Wir bekommen keine zweite Chance, denn das würde bedeuten, dass wir die dann auch wieder vermasseln können.

Nein, unser Ostern wird anders sein. Größer, herrlicher - aber vor allem anders.

Damit sag ich Ihnen nichts Neues. Ich  habe  viele Predigten gehört, die genau dieses zum Thema hatten: Wie anders doch unsere Auferstehung sein wird. Wie unbegreiflich das Leben ist, das uns nach unserem Tod geschenkt wird. Sooft habe ich das gehört, dass dieses zukünftige Leben nichts mehr mit meinem jetzigen Alltag zu tun hatte.

Als Kinder haben wir uns manches vielleicht zu einfach, zu plastisch vorgestellt. Den liebe Gott als alten Mann mit weißem Bart, der Heilige Geist als weiße Taube und so weiter. Und wenn wir glauben, innerlich erwachsen zu werden, dann machen wir uns frei von diesen Bildern.Der Himmel – unvorstellbar! Der Heilige Geist - ein unbekanntes Wesen.

Da ist es ganz erstaunlich, dass die Kirche in ihrem Glauben an ganz konkreten Überzeugungen festhält, einen schon fast kindlichen Glauben bewahrt: Wir werden auferstehen - mit unserem Leib. Nichts anderes beten wir regelmäßig im Glaubensbekenntnis,am Sonntag : Ich glaube an «die Auferstehung des Fleisches» - so heißt es zumindest im Original. Wir werden uns im Himmel wieder erkennen! Wir werden unser Leben hier auf Erden nicht vergessen, und die Spuren unseres jetzigen Lebens werden nicht ausgelöscht sein!

Der auferstandene Jesus wurde an seinen Wundmalen wiedererkannt. Die Wunden, die ihm das Leben schlug, sie sind nicht vergessen. Aber sie sind verklärt, geheilt. Auch wir Menschen werden mit unseren Wunden – seien es die des Leibes oder die der Seele - vor Gott nicht vergessen sein.  Mein Leben vergeht nicht im Nichts, sondern alles, was ich auf Erden hier tue und erleide – all das hat Ewigkeitswert. Das Gute strahlt dann um so mehr, das Wunde wird geheilt. Wir werden auferstehen in unserem Leib. Das hat was mit meinem Leben zu tun! Nicht irgendwelche Astralkörper, Energieblitze oder Geister werden wir sein, sondern erlöste Menschen mit Leib und mit Seele. Das unterscheidet uns von den Asiatischen Religionen, die die Erlösung darin sehen, den Leib zu verlassen und in einem unpersönlichem Nichts aufzugehen. Der christliche Glaube ist alles andere als Leibfeindlich. Die deutsche Sprache macht auch einen Unterschied zwischen Leib und Körper. Der Körper ist das Veränderliche, Materielle, das nach dem Tod zerfällt. Der Leib hat etwas mit dem Leben und der Persönlichkeit des Menschen zu tun. Diese Leib-Seele Einheit macht den Menschen aus.

Und daher spricht das Christentum von der Leiblichen Auferstehung und nicht von der körperlichen.

Die Evangelien legen viel Wert darauf, dass Jesus nach seiner Auferstehung mit den Jüngern gegessen hat. Dass Thomas seine Wunden sehen und berühren konnte. Der Himmel wird nicht nur einfach anders sein. Er wird sehr viel mit unserem Leben hier zu tun haben. Alles Gute unseres Lebens hat Bestand.   Das bedeutet natürlich auch, dass wir mit unserem Leib sorgsam umgehen sollten. Unser Leib ist der Tempel des Heiligen Geistes, für den Himmel geschaffen - und keine Spielbude oder Lustobjekt.

Es wird vieles anders sein im Himmel. Aber mehr, als wir denken, wird es dem ähnlich sein, was wir jetzt schon Glück nennen. Damit meinen wir nämlich, dass sich Himmel und Erde berühren, in uns. Und das müsste ewig so bleiben. Und es wird so bleiben.

Manfred Lohmann (CL)

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