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Pfarrnachrichten:

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„Unser aller Dienst in der Gemeinde“

Diakon Gottfried Rempe

Folgende Begebenheit ist mir tief in der Erinnerung geblieben:

Eine junge Familie, deren Wurzeln in Bad Driburg liegen, musste aus beruflichen Gründen des Vaters für einige Jahre nach Amerika übersiedeln. Dort meldete sie sich nach Erledigung aller „staatlichen“ Formalitäten auch in der Kirchengemeinde an. Es blieb aber nicht nur bei der Anmeldung, sondern der Pfarrer legte den Eltern einen Fragebogen vor mit der Bitte, ihn auszufüllen. Worum ging es? Die Eltern wurden gebeten, mitzuteilen, mit welchen ihrer Begabungen sie sich in das Leben der Kirchengemeinde einzubringen beabsichtigten. Die Bereitschaft zur Mitarbeit in der Gemeinde wurde als selbstverständlich vorausgesetzt!

Wie sieht es da in unseren Gemeinden aus? Viele engagierte Erwachsene und Jugendliche bringen sich ein und tragen das Gemeindeleben mit. Aber nicht selten können Aufgaben nicht wahrgenommen werden, weil für deren Übernahme keine Bereitschaft besteht.  So wurden nur mühsam bzw. nicht genügend Personen gefunden, die sich für die Pfarrgemeinderatswahl zur Verfügung stellten.

Jeder getaufte und gefirmte Christ ist berufen, sich mitgestaltend in das Leben der Gemeinde und des Pastoralverbundes einzubringen. Je nach den Gaben, den Charismen, die Gott uns durch den Heiligen Geist geschenkt hat, haben wir auch verschiedene Aufgaben – siehe Brief des Apostels Paulus an die Römer 12,6.

Der heilige Paulus schildert in seinem Brief im Kapitel 12 Verse 1-8 sehr deutlich, zu welchen Aufgaben alle Gemeindemitglieder berufen sind. Die Berufung zur Mitarbeit gilt nicht nur für „Hauptamtliche!“

Vielfach wird die Mitarbeit in der Kirchengemeinde als „Ehrenamt“, die Ausübenden solcher Aufgaben als „Ehrenamtliche“ bezeichnet. Ich frage mich allen Ernstes, ob diese Bezeichnungen zutreffend sind!?

Gewiss, man möchte hier eine Abgrenzung zu denen herstellen, die für die Verrichtung ihrer Dienste finanziell entlohnt werden. Dennoch: Ist es eine „Ehre“, sich für die Sache Jesu Christi einzusetzen oder sind wir nicht durch Taufe und Firmung dazu berufen und verpflichtet? Wir sollten vom „kirchlichen Dienst“ sprechen. Nach neutestamentlichem Verständnis sind alle gleichermaßen zum Dienst in der Kirche (Gemeinde) gemäß ihren Charismen berufen. Unser Pastoralverbund und jede seiner Gemeinden brauchen alle Christinnen und Christen für die vor ihnen liegenden Aufgaben. Jede/Jeder muss sich in den Dienst aller stellen. In der kirchlichen Gemeinschaft dienen die verschiedenen Geistesgaben nicht der Selbstinszenierung bzw. Selbstverwirklichung, sondern dem Gemeinde- bzw. Pastoralverbundsaufbau! Eine stärkere „Kultur des Mittragens und Mitsorgens“ muss spürbar werden.

Unser Erzbischof Hans-Josef Becker schreibt in seinem Weihnachtsbrief an die Ständigen Diakone:

„Für alle Getauften und Gefirmten gilt: Jeder hat von Gott (mindestens) eine Gnadengabe mit auf den Weg bekommen, die er zum Wohl des ganzen Leibes Christi, der Kirche, einsetzen und entfalten soll.“

Entdecken Sie Ihre Begabung, Ihre Gnadengabe, und bringen Sie diese gemeinnützig und selbstlos in die Kirchengemeinde, in den Pastoralverbund ein! Nur Mut! Dann kann auch in unseren Gemeinden, in unserem Pastoralverbund das Wunder der Verwandlung geschehen, wie damals bei der Hochzeit zu Kana: „Wasser wird zu Wein!“

 

Gottfried Rempe, Diakon

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