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Ur-Instinkt und Osterhoffnung

Gemeindereferentin Anne Frank

In der Zeitung las ich vor einigen Tagen einen Artikel, in dem es darum ging zu ergründen, wie wir Menschen glücklich und zufrieden leben können. Aufgrund tiefer Ur-Instinkte nehmen wir negative Ereignisse deutlich stärker wahr, als positive und speichern sie in unserer Erinnerung, damit wir mögliche Gefahren zügig erkennen und uns entsprechend verteidigen können oder flüchten. Nun lauert in unserer Zeit nicht mehr hinter jeder Laterne ein potentieller Feind, der mir die Nahrung oder den Lebensraum streitig macht, dennoch lässt sich dieser Ur-Instinkt nicht einfach abschalten. Was also tun, damit in unserer Weltsicht nicht dauernd das Grau dominiert? Nehmen sie sich Zeit, die guten und schönen Dinge, die in ihrem Umfeld geschehen zu notieren, vielleicht jede Woche drei. So oder ähnlich war der Rat in jenem Artikel formuliert. Dem möchte ich heute folgen und von drei schönen Ereignissen aus unserem pastoralen Raum berichten.

Da gab es im Februar ein Familienwochenende mit drei Alhauser Familien in Hardehausen. Nur drei, dachten alle Beteiligten nachdem die Anmeldefrist verstrichen war, lohnt sich das überhaupt? Die Antwort fiel eindeutig aus: Ja, es lohnt sich und ja, es war ein klasse Wochenende. Während die Kinder sich mit ihren Superkräften und Stärken auseinandersetzten und sie auf Kerzen zum Leuchten brachten, schauten sich die Erwachsenen eine biblische Familienszene an: Der 12jährige Jesus „entwischt“ seinen Eltern und sie finden ihn im Tempel wieder, wo er den Erwachsenen die Schrift erläutert. Und wir lernten, auch damals schon gab es zwischen Eltern und Kindern ähnliche Konflikte, Reibereien und Sorgen wie heute. Auch damals war letztendlich das gegenseitige Vertrauen und die Liebe zueinander das Wichtigste. Neben den Gesprächen gab es aber auch viel gemeinsame Zeit für tolle Spaziergänge bei phantastischem Sonnenschein, Familienschwimmen und Kegeln. Ein Höhepunkt des Wochenendes war sicherlich die gemeinsame Gruppenmesse mit Pastor Lauschus, die nicht, wie gewohnt in einer Kapelle gefeiert wurde, sondern in unserem Gruppenraum an einem großen Tisch, an welchem alle Platz fanden.

Am ersten Samstag der Fastenzeit trafen sich die Mitglieder aller PGRs aus unserem pastoralen Raum zu ihrem jährlichen Klausurtag. Offen, kontrovers, wertschätzend und leidenschaftlich wurde diskutiert über das, wovon ich mich in Kirche verabschieden muss aber auch über das, was mich trägt, welche Schätze ich in meiner Arbeit im PGR heben kann und wie ich mich weiter für Gemeinde engagieren möchte. Danke, dass ich in einer Gruppe mit so vielen engagierten Christen mitmachen kann, meinte eine Teilnehmerin am Ende der Veranstaltung.

Und schließlich noch die Kreuzwegandacht für Kommunionkinder und ihre Familien in Neuenheerse. 15 Bronzetafeln mit dem Leidensweg Jesu sind in der Kirche zu finden, dazu in einem Textbuch Gedanken von Pater Thomas Wunram, beides sehr empfehlenswert. Für die Kinder und Eltern haben wir sieben Bilder ausgesucht: Schauen, Beschreiben, Nachspüren, Beten und Singen. Schließlich waren wir in der Krypta angelangt, die mitgenommene Jesuskerze wurde gelöscht, denn die nächsten Bilder zeigten den Kreuzestod und die Grablegung. Schweigend ging die Gruppe durch den etwas dunklen und engen Treppenaufgang wieder in den Altarraum zurück. Dort erwartete uns noch ein letztes Bild, der Engel am leeren Grab; „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“. Noch war es auch an dieser Station ein wenig dunkel, doch dann wurde die Jesuskerze wieder entzündet und ihr Licht an Kinder und Eltern weitergegeben. Kerze um Kerze wurde es heller und das sich ausbreitende Licht ließ uns ein wenig von der Osterhoffnung erahnen auf die wir in den nächsten Wochen zugehen.

Das Wahrnehmen von guten Erfahrungen und Begegnungen sowie immer ein wenig Osterhoffnung auch in Fastenzeiten wünsche ich Ihnen und Ihren Familien.

Eine gesegnete Woche,
Ihre Anne Frank

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