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„Veni!“ - „Komm!“

Diakon David F. Sonntag

Liebe Schwestern und Brüder!

Die Überlieferung unserer katholischen Liturgie ist ein unermesslicher Schatz. Einerseits ist sie von Klarheit bestimmt und fokussiert sich wie ein Brennglas immer wieder auf ihren Kern, auf die Eucharistie. Andererseits zeigt sie sich uns in farbenfroher Pracht, in unterschiedlichen Zeichen, die uns in unsere Lebenswirklichkeit mit hinein nehmen wollen, wie der Erntedank,die Kräutersegnung oder der Blasiussegen. Vor allem im Hinblick auf den Jahreskreis, der unsere Liturgie grundlegend bestimmt zeigt sich, dass gottesdienstliches Feiern nicht puren Selbstzweck hat: es ist nicht unser Dienst an Gott, es ist Gottes Dienst, sein Werk an uns.

In diesen Tagen wird der Advent begangen; er ist die Vorbereitungszeit auf Weihnachten. Gerade an dieser Stelle wird uns deutlich, dass nicht Gott den Advent braucht, um Weihnachten vorzubereiten: Wir brauchen eine Zeitspanne, um uns innerlich auf das Fest der Geburt Christi zu bereiten, uns zu ordnen, über uns nachzudenken und so zusagen den inneren Kompass wieder neu zu justieren. Dies sind Notwendigkeiten, die uns die Kirche auch in der Vorbereitung auf das eigentliche große Fest unseres Glaubens, das Osterfest, ans Herz legt. Demnach ist der Advent das Gegenstück zur Fastenzeit und ursprünglich ist er auch ähnlich, das heißt mit stiller Konzentration auf Fasten, Beten und geistlicher Bereitung begangen worden. Heute ist die Adventszeit oft unruhig und vom geschäftigen Treiben bestimmt. Aber die Tradition der adventlichen Bußgottesdienste zeigt immer noch etwas vom ursprünglichen Charakter dieser Zeit der Vorbereitung.

Es zeigt sich daraus: Advent heißt: Wir warten auf Christus, unseren Erlöser! Wir harren ihm entgegen, diesen Kind, ganz Mensch und ganz Gott, der unsere Schuld, die Sünde der Welt von uns nehmen will. Die Liturgie der Kirche hat dieses drängende Warten in sieben Kehrverse, Antiphonen geprägt, die uns in den letzten Tagen vor Weihnachten in der Feier der Heiligen Messe begleiten. Sie bewegen sich auf das alles konzentrierende "Veni!" -Komm! zu. In diesen sog. O-Antiphonen zeigt sich das stammelnde Suchen nach Worten, nach Begriffen für diesen Sohn Gottes, der kommt, um die Welt aus den Angeln zu heben. In ihnen heißt es:

  • 17. Dezember: O sapientia (O Weisheit)
  • 18. Dezember: O Adonai (O Herr)
  • 19. Dezember: O radix Jesse (O Wurzel Jesse)
  • 20. Dezember: O clavis David (O Schlüssel Davids)
  • 21. Dezember: O oriens (O Aufgang)
  • 22. Dezember: O rex gentium (O König der Völker)
  • 23. Dezember: O Emmanuel (O Immanuel, Gott mit uns)

Liebe Schwestern und Brüder! Ich wünsche Ihnen, dass Sie das Geheimnis dieser letzten Tage vor Weihnachten erspüren können. Dafür, dass Sie sich in Ihrem Leben ganz diesem Jesus Christus, der da kommt! , öffnen können. ER will nicht nur unter uns, ER will in Ihnen Mensch werden, durch Sie sprechen und wirken!

Ihr Diakon David F. Sonntag

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