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„Vergiss die Armen nicht!“

Diakon Guido Schütte

Wissen Sie, warum unser jetziger Papst den Namen Franziskus gewählt hat? In einer Pressekonferenz am 16. März 2013 hat er es den Medienvertretern verraten:

„Bei der Wahl saß neben mir der emeritierte Erzbischof von São Paolo und frühere Präfekt der Kongregation für den Klerus Kardinal Claudio Hummes. … Als die Sache sich etwas zuspitzte, hat er mich bestärkt. Und als die Stimmen zwei Drittel erreichten, erscholl der übliche Applaus, da der Papst gewählt war. Und er umarmte, küsste mich und sagte mir: ‚Vergiss die Armen nicht!‘ Und da setzte sich dieses Wort in mir fest: die Armen, die Armen. Dann sofort habe ich in Bezug auf die Armen an Franz von Assisi gedacht. … So ist mir der Name ins Herz gedrungen: Franz von Assisi. … Er ist der Mann, der uns diesen Geist des Friedens gibt, der Mann der Armut. … Ach, wie möchte ich eine arme Kirche für die Armen!“

Eine arme Kirche für die Armen? Dass die Kirche als solche arm sein, also keinen Besitz um ihrer selbst willen anhäufen soll, um auf diese Weise Jesus Christus, sein Leben und seine Gebote der Welt glaubwürdig darzustellen und sein Tun wirksam fortsetzen zu können, muss eigentlich nicht weiter erklärt werden. Aber warum soll es angemessen sein, ausgerechnet das Vorhandensein von Armut so selbstverständlich anzunehmen? Müssen wir damit rechnen, dass wir die Armut auf der Welt niemals in den Griff bekommen werden? Gemeint ist jene Armut, die buchstäblich den Kampf um das nackte Überleben bedeutet, um die einfache Mahlzeit am Tag, die keiner garantieren kann oder will. „Weniger ist leer“, nennt es die Organisation Brot für die Welt eindringlich auf einem Plakatmotiv und zeigt eine Tonschüssel, in der gerade mal eine Kinderhand voll trockener Reiskörner liegt. Die Gründe für eine derart unfassbare Armut sind vielfältig und in ihren Zusammenhängen oft kaum zu überblicken; von erbarmungsloser Ausbeutung bis zu furchtbaren Naturkatastrophen ist alles dabei. Gemeinsam ist ihnen, dass die Betroffenen ohne Hilfe von außen aus ihrer Lage letztlich nicht mehr herauskommen.

Wir sind – gerade auch in Deutschland – versucht, vor dem Hintergrund riesiger Flüchtlingsströme nicht mehr über den Tellerrand zu schauen. Auch der Blick der Medien fällt immer seltener auf die Nebenschauplätze des Weltgeschehens mit ihren Katastrophen, die weit entfernt von uns die Menschen beliebig tief in die Knie zwingen. Die Hilfsorganisationen, die sich dort engagieren, beklagen eine immer weiter zurückgehende Spendenbereitschaft. Es scheint sich das Gefühl auszubreiten, wir hätten mit der Unterbringung von Flüchtlingen unseren Anteil am Wohl der Welt bereits geleistet.

Aber selbst wenn das stimmt, wird die Not der Menschen in Nepal, Südsudan oder Nigeria dadurch nicht geringer. Hier geht es um andere Menschen und andere Schicksale, denen deshalb auch anders geholfen werden muss. Nicht selten sind die Kirchen und ihre Hilfsorganisationen die einzigen, die in den schwierigen politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen vor Ort noch zu den Hilfsbedürftigen vordringen können und darüber hinaus immer auch noch ein Bündel der christlichen Werte, die Papst Franziskus andeutete, mit im Gepäck haben.

Deshalb: Schauen Sie doch noch einmal in Ihre Geldbörse – und im Internet zum Beispiel unter www.missio.de, www.caritas-international.de oder www.renovabis.de. Selbst eine kleine Spende an die Nothilfe solcher Organisationen im Geiste eines Franz von Assisi ist besser als gar keine!

Eine gesegnete Woche wünscht Ihnen
Diakon Guido Schütte

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