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Vertrauen gegen Misstrauen

Pastor Peter Lauschus

Unsere Welt ist ziemlich in Unordnung. Das gilt im Großen wie im Kleinen: Plötzlich gibt es wieder Krieg in Europa, Terrorismus ist kein bloßes Phantom, das irgendwo, aber nicht bei uns stattfindet, wirtschaftlich gesehen sind die Zeiten auch nicht unbedingt rosig. Was wird die Zukunft bringen? Immer wieder liest man in der Zeitung von Lug und Betrug. Skandale erschüttern die Kirche, die Politik, ja die ganze Gesellschaft.

Kann man noch jemanden trauen? Priestern, Politikern, den Nachbarn? In der Unsicherheit der Welt sucht der Mensch Halt, oder aber er rebelliert und reagiert mit gesteigerten Misstrauen auf alles und jeden. „Denen da oben kann man nicht trauen!“ Pegida war ein Anzeichen für dieses absolute Misstrauen der Politik gegenüber. Oder aber, was Lehrer vermehrt berichten: Eltern, die wie Hubschrauber um ihre Kinder kreisen, sie schützen wollen, vor allem Übel bewahren wollen und im Lehrer den einzigen Grund dafür sehen, wenn das Kind nicht in allem erfolgreich ist. Wie ein Comedian formulierte: „Das einzige, was zwischen meinem Kind und dem Nobelpreis steht, ist sein Lehrer!“ Es wächst ein Misstrauen, das eigentlich nicht zu brechen ist, denn es scheint selbst gegen Argumente gefeit zu sein. Viele Menschen leben in einer Schutzhülle, die sie vor allem bewahren soll, vor allem vor einer anderen Meinung.

Was machen wir aber, wenn das Misstrauen absolut wird? Dann ist Gemeinschaft, Miteinander nicht mehr möglich. Wenn eine Schulklasse oder eine andere Gruppe gesteilt ist, dann wird ein Gegeneinander entstehen, dass nur sehr schwer wieder zu beheben ist. Aber auf der anderen Seite: Absolutes Vertrauen ist auch nicht möglich! Blauäugig mit rosa Brille durchs Leben zu gehen, ist auch keine Option. Was kann man also tun?

Die Option für uns Christen ist es, sich positiv, aufbauend einzubringen. Wir sollen das Salz der Erde sein, dieser Wirklichkeit einen guten Geschmack geben. So dürfen wir nicht abseits stehen, wenn es um Einsatz geht. Aus unserem Vertrauen auf Gott heraus, können wir handeln. Wenn wir zum Beispiel auf den Rat des heiligen Ignatius von Loyola hören und die Aussagen eines Anderen nicht zuerst nach Fehlern untersuchen, sondern zuerst das Positive herausfiltern, den Anderen zu verstehen versuchen, dann können wir am Klima etwas ändern. Ein gutes Gebet, auch wenn es nicht vom hl. Franz von Assisi ist, kann ein Anfang sein:

Herr, mache mich zum Werkzeug deines Friedens. Laß mich Liebe bringen in den Haß / Verzeihung in die Schuld / Einheit in die Zwietracht / Wahrheit in den Irrtum / Glauben in den Zweifel / Hoffnung in die Verzweiflung / Licht in das Dunkel / Freude in die Traurigkeit.

Herr, laß mich mehr danach trachten / zu trösten als Trost zu finden / zu verstehen als Verständnis zu finden / zu lieben als Liebe zu finden.
Im Geben empfange ich / im Mich-Vergessen finde ich mich / im Verzeihen erfahre ich Verzeihung / im Sterben stehe ich auf zum ewigen Leben.

Mit freundlichen Grüßen
Peter Lauschus, Vikar

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