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Volkstrauertag, warum noch?

Diakon Manfred Lohmann

An diesem Sonntag begehen wir in Deutschland den Volkstrauertag . Gedacht ist dieser Gedenktag, um die Gefallenen der beiden Weltkriege in ehrendem Andenken zu behalten.Auch bei uns versammeln sich die Bürger, in der Stadt und in vielen Gemeinden, vor den Kriegsmahnmalen, zu einer Gedenkstunde.

Wie sinnvoll ist ein solches Gedenken heute, im Jahr 2012, noch? Die Generation derer, die noch bewusst den Verlust von Verwandten, Freunden und Bekannten im Krieg zu beklagen und betrauern haben, nimmt von Jahr zu Jahr ab, deutlich sichtbar an der schwindenden Beteiligung der Bevölkerung an den öffentlich organisierten Gedenkfeiern.

Hat der Volkstrauertag ausgedient? Ich glaube nicht. Ein Tag, an dem sich eine Nation Zeit nimmt, kollektiv jener Toten zu gedenken, denen sonst öffentlich kaum gedacht wird, wäre eine wirkliche Bereicherung. Nicht nur den Toten der Weltkriege, sondern allen Toten von Krieg, Kampf und Gewalt. Doch auch nicht nur denen. Wo gibt es in unserem Jahreslauf einen Platz, an dem wir bewusst der Toten gedenken, die Opfer von Unfällen, Katastrophen und Seuchen werden. Oder wann halten wir inne und gedenken all jener, die am Leben verzweifelt, lieber den Selbstmord vorgezogen haben? Oder wo können wir der Menschen gedenken, die bereits umgebracht wurden, bevor sie das Licht der Welt erblickten?

Der Volkstrauertag bekäme einen viel weiteren Sinn, wenn wir mit ihm einen Gedenktag auch für all jene Toten hätten, um die man öffentlich nicht trauern mag, weil ihr Sterben nicht vom Mythos des Heldentums umweht wird. Und gerade diese Toten verdienen unser Andenken, damit ihr Tod uns als Mahnung immer wieder anrührt.

Halten wir uns aber auch an das Wort aus der Ordensregel des hl. Benedikt:

Meide das Böse, tue das Gute,
suche den Frieden, und jage ihm nach!

Herr,so bitten wir dich,
halte über unser Volk um der vielen Opfer des 2. Weltkrieges willen Deine schützende Hand! Vor allem schenke unserm Volk und allen Völkern der Welt den Frieden und lass nie mehr die Schrecken eines Krieges über uns hereinbrechen! DONA NOBIS PACEM! "Schenk uns deinen Frieden!"

Manfred Lohmann, Diakon

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