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Vom Beichten, Steinen
und einem Stückchen Gemeinschaft!

Gemeindereferentin
Anne Frank

Da sind in den letzten Wochen hörbar eine ganze Menge kleiner Steine von kleinen Herzen gefallen: Die Kommunionkinder haben in unserem pastoralen Raum zum ersten Mal das Sakrament der Beichte empfangen. Gemeinsam mit ihren Familien trafen sie sich aufgeteilt in vier große Gruppen an drei Samstagvormittagen und an einem Freitagnachmittag. Stattgefunden haben die einzelnen Treffen im Jugendhaus/Gemeindetreff St. Peter und Paul in der Kernstadt, so wie im Bischof Bernhard Haus in Dringenberg und im Pfarrheim in Pömbsen. Die gemeinsame Zeit wurde genutzt, sich in einem etwas großzügiger gesteckten Zeitrahmen auf die erste Beichte einzulassen. Die Erwachsenen hatten die Möglichkeit mit den Priestern über dieses Sakrament ins Gespräch zu kommen, die Kinder animierten ihre Eltern, bei den angebotenen Spielen mitzuspielen oder sie bei der Bastelarbeit und der Vorbereitung für das am Ende des Vormittags/Nachmittags stehende Festmahl zu unterstützen. Durch die Veranstaltung begleitet wurden sie dabei nicht nur von den Priestern und Gemeindereferentinnen, sondern auch von einigen Jugendlichen/jungen Erwachsenen der KjG Bad Driburg und der KLJB Alhausen.

Inhaltlich begann die gemeinsame Zeit mit einem geistlichen Impuls, der Kinder und Erwachsene einlud, sich mit den Dingen auseinander zu setzen, die wir sonst so gerne weit weg schieben, unsere eigenen Unzulänglichkeiten und Schwächen. Sie können wie Steine auf der Seele liegen, uns im wahrsten Sinne des Wortes unser Leben schwer machen. Dazu gehören natürlich auch die Dinge im Leben, die wir nicht verschuldet haben, wo uns jemand Steine in den Weg legt oder wo unser Lebensweg aus heiterem Himmel plötzlich steinig und kaum noch gehbar wird.

In der Bibel stoßen wir immer wieder auf Erzählungen, in denen die Begegnung mit Jesus Menschen heil werden lässt, er ihnen Mut für einen neuen Anfang schenkt, ihnen zuhört, sich ihnen zuwendet und ihnen so die größeren oder kleineren Lasten ihres Lebens nehmen oder zumindest ein Stück mittragen kann. Und in unserem Alltag wünschen wir so manches Mal, dass er doch da wäre, uns anrührt und heil werden lässt. Dies geschieht auch an einem Beichtsamstag/-Freitag nicht. Aber die Kinder lernen an einem solchen Tag, dass da jemand ist, mit dem ich reden kann, dass ich meine Steine bei einem ablegen kann, dass jemand mit mir einen Weg sucht, wie ich es beim nächsten Mal besser machen kann, dass mir Gottes Segen und Vergebung zugesprochen wird. An einem solchen Tag werden sie ein Stückchen größer, wachsen über sich hinaus, auch wenn die kleinen Reibereien hinter der Kirchentür wie selbstverständlich wieder da sind. Es sind eben echte Kinder!

Und wir Erwachsenen? Wir sind in erster Linie froh, dass die Kinder positive Beichterfahrungen machen können. Und vielleicht kommt uns in der nächsten Zeit beim Anblick von Steinen der Gedanke, dass auch wir unsere Lasten und Sorgen bei ihm ablegen können. Wenn nötig, weil die Dunkelheit so groß und schmerzhaft ist, ihm vor die Füße knallen dürfen. Die Wenigsten von uns machen dabei die Erfahrung, dass sie von jetzt auf gleich heil werden, aber es kann heilsam sein, mein Leben dem hinzuhalten, der es mir geschenkt hat. Und es ist hilfreich, zumindest für eine kurze Weile, wenn ich mich anderen anvertraue und sie ein Stück meines Weges mit mir gehen.

Ein Wegstück zusammen zurückgelegt haben die Familien der Kommunionkinder am Beichtsamstag/Beichtfreitag und sind sich dabei ein wenig näher gekommen, auch über die Grenzen des eigenen Kirchturmes hinweg. Und auch das ist Kommunion, Gemeinschaft mit Jesus und untereinander.

Ihnen und Ihren Familien eine gesegnete Woche,

Ihre Anne Frank

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