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Wägen wir noch ab oder wagen wir es?

Gemeindereferentin
Julia Kembügler

Wer momentan auf die Lesungen im Gottesdienst der Fastenzeit achtet, kann viel Positives über Gott erfahren…

  • Gott schließt mit Noah einen Bund zwischen sich und den Menschen.
  • Er möchte dem Menschen treu sein und ihn wertschätzen.
  • Er liebt uns, obwohl er sich unserer Fehler und Schwächen bewusst ist.
  • Er bejaht unser aller Leben und möchte nicht den Tod eines einzelnen Menschen.
  • Er ist der: „Ich bin da“!

Jedoch können wir diese Erzählungen der Lesung auch negativ klingen lassen…

  • Musste Gott erst seine Lebewesen ertrinken lassen, um zu dieser Erkenntnis zu gelangen?
  • Gott weiß doch, wie sein Geschöpf ist, warum stößt er sich dann im Nachhinein an dessen Schwächen.
  • Wie kann Gott von Abraham, einem liebenden Vater, so eine Entscheidung verlangen? Ist doch klar, wer hier den Kürzeren ziehen würde.
  • Warum hat Gott so eine Probe nötig? Er weiß doch angeblich alles!?
  • Er ist der: „Ich bin weit weg“!

Beide Positionen sind berechtigt und nachvollziehbar. Und häufig neigen wir Menschen zu der Negativeren. Egal, worum es gerade in unserem Leben geht.
Generell gehen wir erst einmal vom Negativen aus bzw. suchen den Haken.
„Es kann doch nicht sein, dass es jemand gut mit mir meint! Da muss doch mehr hinter stecken, was ich jetzt gerade auf Anhieb nicht sehe. Was springt für ihn dabei raus?“ Vertrauen, fällt uns leider oft sehr schwer. Aber Vertrauen braucht es in unserem Leben. Vertrauen in mich selbst, die Mitmenschen und Gott. Nur so kann mein Leben leichter, heller und fröhlicher werden.

Vertrauen, benötigen wir auch als Kirchengemeinschaft. Wir sind uns alle über die internen Umstände bewusst. Ihre Mängel führen wir uns stetig nur allzu deutlich vor Augen. Wir sprechen häufig von damaligen Gottesdienstzahlen, früheren Aktionen oder abnehmenden Priesterzahlen. So eine negative und vergleichende  Betrachtungsweise stimmt einen oft traurig, lässt einen zweifeln und entmutigt. Wir alle sind uns in der Beschreibung der Gegenwart ziemlich einig. Wir haben der negativen Seite schon lange viel Zeit eingeräumt, gemeinsam getrauert und uns gegenseitig den Wind aus den Segeln genommen. Vielleicht verabschieden wir uns jetzt mal, ganz entgegengesetzt der menschlichen Natur, vom Abwägen und Kritisieren. Bejahen genau wie Gott das Leben um uns herum. Machen wir uns genau wie in den Erzählungen das Positive bewusst und fangen wir wieder an, Wege mit Gott und den Mitmenschen zu wagen.  

Ihnen allen eine gute Woche.
Ihre Julia Kembügler

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