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Warum ich mir vorstellen könnte,
die Messe „tridentinisch“ zu feiern

Vikar Peter Lauschus

Vielleicht fragen Sie sich, was das überhaupt heißen soll: „tridentinisch“? Es bedeutet einfach, die Messe nach dem alten Ritus, wie er vor dem Konzil gefeiert worden ist, zu halten.

Wie ich auf diese Frage komme?

Vor einigen Wochen habe ich mich mit einem Kurskollegen getroffen, der einer der Priester in der Diözese Paderborn ist, der dies tut. Er feiert regelmäßig nach dem außerordentlichen Ritus den Gottesdienst. Wir haben länger darüber diskutiert. Er ist sehr glücklich diese Möglichkeit zu haben. Durch diese andere Form ist es ihm möglich sein Priester-Sein auf ganz neue Art und Weise zu erfahren. Meine erste Reaktion war: Nein, auf keinen Fall!

Aber, die Frage hat mich nicht losgelassen, denn es gibt auch gute Gründe für diese Form. Benedikt XVI. hat in einem Schreiben eine allgemeine Wiederzulassung ausgesprochen und sie mit der Möglichkeit begründet, dass beide Riten sich gegenseitig befruchten könnten. Der normale Ritus könnte wieder etwas Feierlichkeit und Geheimnis gewinnen, wenn er sich am alten Ritus orientiert. Ruhe und Stille könnten wieder mehr Raum gewinnen. Der Aspekt der Anbetung, der in der neuen Messe nicht sehr ausgeprägt ist, würde wieder zu seinem Recht kommen. Alles Gründe und Argumente, die ich für nicht schlecht halte.

Auch habe ich ein Faible für Latein und schaue ab und zu bei der Vorbereitung der Gottesdienste auch in den lateinischen Text. Latein ist auch die Sprache der weltweiten Kirche und es ist schade, dass sie so verschwunden ist.

Auch ist es für den Priester in manchem Sinn „einfacher“ diese Form der Messe zu feiern, denn wenn man es erst einmal kann (es ist ziemlich kompliziert), läuft man wie auf Schienen. Man kann sich ganz in den Ritus werfen und so geradezu in einer Form der Meditation die Messe feiern.

Auch ist es für die Gemeinde nicht unbedingt schlecht: Auch die Mitfeiernden haben die Möglichkeit im persönlichen Gebet ihr eigenes Inneres vor Gott zu tragen und so eine Tiefe und Ruhe zu erreichen, die wir doch oft in unserer Zeit vermissen.

Auch das „Mit-dem Rücken-zum-Volk“ feiern finde ich nicht schlimm, denn es geht eigentlich nicht darum, der Gemeinde den Rücken zuzuwenden, sondern mit ihr in der gleichen Richtung auf Gott hin zu beten.

Dazu kommt noch, dass wir in fast allen Sakristeien noch alte Gewänder haben, die auf „Rückensicht“ gearbeitet sind und es ist schade, dass diese Schätze nur im Schrank hängen bleiben. Die Möglichkeit bestände also.

Nächste Woche mehr.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Vikar Lauschus

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