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Was bringt es uns, dass wir glauben?

Diakon Manfred Lohmann

Ja, da wird Unsicherheit spürbar:

Lässt sich beim Glauben davon sprechen, dass er uns was bringt? Das klingt irgendwie nach: ich nutze ihn, wenn ich ihn brauche  und lege ihn beiseite, wenn ich ihn nicht brauche. Aber das kann, oder sollte doch wenigstens nicht unsere Einstellung zu Glaube, Gott, Gebet kennzeichnen.

Oder ist es nicht tatsächlich oft so? Ich bete, wenns mir schlecht geht, und vergesse es, wenns mir gut geht. Nicht umsonst gibt es den Satz: Not lehrt beten.  Und das heißt doch dann: diejenigen, die jetzt nichts mit Glauben anfangen können, die werden auch noch dahin kommen, wenn es ihnen schlecht geht. Dann werden sie schon spüren, dass auch ihnen der Glaube etwas bringen kann.

Nein, das kann es doch wohl nicht sein. Die Frage, was der Glaube uns bringt, scheint einfach unangemessen. Vielleicht ist es besser, sie einfach beiseite zu lassen.

Andererseits: wenn Glaube mir was bringt, was heißt das dann konkret? Wo und wie zeigt sich das in meinem Leben? Das muss doch dann spürbar sein in meinem Alltag. Kann ich guten Gewissens davon reden, dass Glauben mir etwas bringt, wenn ich die meiste Zeit meines Lebens nicht an Gott denke?
Und so entsteht dann eine neue Frage, die einfach nur die Perspektive verändert :

Was würde mir fehlen, wenn ich nicht glauben würde? Auf diese Frage wird es plötzlich leicht, Antworten zu finden. Antworten, die davon sprechen, was uns der Glaube bringt:

  • Ich bin viele Schritte in meinem Leben als Glaubender gegangen. Im Glauben an Gott konnte ich mich auf neue Wege, neue Situationen einlassen.
  • Gemeinsam mit anderen Glaubenden konnte ich mein Leben anschauen, was gut gelaufen ist und was ich mir anders gewünscht hätte. Und ich konnte Versöhnung finden mit fremder und vor allem eigener Schuld.
  • Der Glaube gibt mir Orientierung in meinem Alltag, in meinem Beruf. Und er gibt mir, meinem Leben und Tun, Sinn.
  • Im Glauben an Gott, der mich ins Leben geliebt hat, kann ich glauben, dass ich gewollt, angenommen und wertvoll bin.
  • In der Gemeinschaft der Glaubenden erlebe ich eine Verbundenheit, die auch im gemeinsamen Tun zum Ausdruck kommt. Auch das gibt meinem Leben Sinn.

Wir brauchen dieses Bewusstsein, dass der Glaube uns was bringt, dass wir etwas davon haben. Sonst kann Glaube nicht ausstrahlen. Wir brauchen den Austausch, das Gespräch darüber, weil Glaube eben nicht nur was für eine persönliche Zeit des Gebetes ist, sondern ein Geschenk, das wir miteinander teilen. Vielleicht kann uns gerade diese Osterzeit die Sinne dafür schärfen, was wir, Sie, jede und jeder von uns, unserem Glauben und unserem Glauben-Können verdanken.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen eine gute und gesegnete Osterzeit.

 

Manfred Lohmann, Diakon

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