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Was ist richtig ?

Diakon Manfred Lohmann

Mögen die Fragen auch ähnlich sein, die Antworten sind oft sehr unterschiedlich.

Die Politik weiß sich angesichts der Flüchtlingsströme nicht mehr anders zu helfen, als rigoros alle abzuschieben, die in ihrem Herkunftsland nicht an Leib und Leben bedroht sind. Dennoch versuchen Christen Flüchtlinge im Kirchenasyl dem polizeilichen Zugriff zu entziehen und hoffen dabei auf die staatliche Toleranz. Gerechtfertigt oder nicht?

Viele Seelsorger setzen sich über das kirchenrechtliche Urteil hinweg, bestimmten Personen die Teilnahme am Eucharistischen Mahl zu verweigern, und begründen dies mit dem Auftrag Jesu zur Barmherzigkeit. Dürfen sie so die kirchliche Autorität ignorieren?

In ähnliche schwierige Entscheidungssituationen – freilich von unterschiedlichem Gewicht und nicht immer vergleichbar - geraten täglich viele Menschen in der Kindererziehung, am Arbeitsplatz, auf der Intensivstation der Klinik oder im geschäftlichen Konkurrenzkampf.

Nicht jeder hat den Mut zum Heldentum, zumal oft gar nicht so eindeutig klar ist, welche Entscheidung die richtige ist.

Die Erfahrung zeigt: die Vernunft ist eine ganz wichtige Instanz bei der Suche nach moralischen Urteilen. Darin sind sich alle großen Ethiker einig. Was die christliche Nächstenliebe von staatlichen Organisationen unterscheidet, ist: Christus. Was unser Handeln nicht nur zu einem vernünftigen Handeln, sondern auch zu einem christlichen Handeln werden lässt, ist das Motiv: Es soll dem Willen des Herrn entsprechen.

Das hat etwas mit Nachfolge Christi zu tun. Aber es muss ehrlich gesagt werden: Das Urteil darüber, was dem Willen des Herrn entspricht, kann sehr subjektiv und darum auch unter Christen durchaus unterschiedlich ausfallen. Und wer ihm folgt, muss unter Umständen große oder kleine Risiken in Kauf nehmen: da und dort anzuecken, Sympathien zu verlieren, bei Beförderungen übergangen zu werden, sein Amt zu verlieren. Wer etwas werden will und darauf schielt, wie er am schnellsten das Karriereleiterchen hochklettern kann, der wird sich schwer damit tun, in der Nachfolge des Herrn zu bleiben. Doch wer sich dazu entschlossen hat, der darf auch darauf vertrauen, dass Gott letztlich das zum Guten führen wird, was in Verbundenheit mit ihm begonnen wurde.

Diakon Manfred Lohmann CIC

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