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Was m i c h in der Kirche hält

Diakon Gottfried Rempe

In diesen Tagen feiern wir das Fest der beiden so genannten „Apostelfürsten“ Petrus und Paulus.

Jesus fragt in Cäsarea Philippi, jenem denkwürdigen Ort unterhalb der Golanhöhen, wo eine der vier Jordanquellen liegt, die Jünger, für wen ihn die Menschen und sie halten. Die Antwort und das Bekenntnis des Petrus kennen wir: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Gleichsam als Gegenantwort sagt Jesus: „Du bist Petrus, der Fels, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht
überwältigen.“

Wie oft mussten wir in den vergangenen Monaten und Wochen miterleben, wie gleichsam das Fundament der Kirche ins Wanken geriet. Kirchenaustritte waren und sind an der Tagesordnung.

Sind Sie nicht vielleicht auch in letzter Zeit wiederholt angesprochen und gefragt worden, mussten sich hämische und  lächerlich machende Äußerungen anhören: „Wie, du machst immer noch einen auf Kirche? Nach all den Skandalen?“

Ich weiß nicht, was Sie geantwortet, wie Sie sich gerechtfertigt haben, warum Sie Ihren Glauben ernst nehmen, warum Sie sich trotz aller Skandale noch dieser Kirche zugehörig und verbunden fühlen.

Ich möchte Ihnen meine persönliche Antwort geben, warum ich bleibe, diese Kirche nicht verlasse, was mich dennoch hält, in dieser, wie ich oft vorgehalten bekomme, etablierten Kirche, in dieser die Sache Christi manchmal doch recht zweifelhaft vertretenden  und mit der jeweiligen Herrschaftsstruktur  verbundenen Institution, was mich denn eigentlich hält und bleiben lässt und warum ich nicht besser alles hinwerfe und mich befreie von diesem alten Hut eines fossilen, altertümlichen Christentums – all das werde ich in Gesprächen häufig gefragt, teils mitleidsvoll, teils ironisierend.

Und dann kommt meine Antwort, keineswegs immer begeistert, eher zögernd und nüchtern, während ich darlege, dass ich die Sache Christi nicht aufgeben will und kann. Dass ich eben doch nicht alle Hoffnung fahrengelassen  habe, dass diese Kirche nicht am Boden liegt, dass diese Kirche  die Kirche Christi ist oder wieder sein kann, trotz aller Skandale.

Fortfahrend erkläre ich, dass eben diese Kirche nicht überflüssig, nicht tot ist, auch wenn es manchmal so scheint, dass sie mir Lebensraum bietet und Möglichkeiten, schöpferisch zu sein, dass mir hier so etwas wie Heimat geschenkt wurde, dass ich mich trotz allem hier irgendwie wohl und geborgen fühle, Menschen finde, die mit mir denselben, oft beschwerlichen Weg gehen und so….

Und dann sage ich noch, dass ich keine Möglichkeit sehe, außerhalb dieser Kirche für die Sache Christi so zu arbeiten wie hier, und dass ich, diese Kirche verlassend, auf jede Möglichkeit verzichte, an einer besseren Kirche mitzubauen. Das aber möchte ich! Diesen Auftrag habe ich in der Taufe und Firmung bekommen.

Und letztlich füge ich noch hinzu, wenn`s auch etwas leiser kommt, dass ich diese Kirche, eben wie eine Heimat, die mich leben und froh sein lässt, dass ich diese Kirche trotz ihrer Unzulänglichkeit liebe und gewiss bin, dass Jesus Christus zu seinem Wort steht:

„Die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.“

Wir alle sollten den Mut haben, wie Petrus zu bekennen: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes“ und das Wort des Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick beherzigen: „Tretet nicht aus, sondern auf!“

 

Eine gesegnete Woche wünscht Ihnen

Gottfried Rempe, Diakon

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